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Max Moritz Warburg

Max Moritz Warburg war ein deutscher Bankier und Politiker und Spross der wohlhabenden deutsch-jüdischen Bankiersfamilie Warburg. Als Leiter und Teilhaber der Privatbank M.M.Warburg & CO war Warburg einer der bedeutendsten Bankiers, Politikberater und Netzwerker seiner Zeit.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Warburg am 12. März 1919 von Reichsminister Graf Rantzau als einer der sechs Hauptdelegierten für die Verhandlungen zum Friedensvertrag von Versailles bestellt. Er lehnte ab und nahm stattdessen als Sachverständiger an den Verhandlungen teil. Auf Empfehlung Warburgs wurde Carl Melchior, seit 1917 Teilhaber der M.M.Warburg & CO, als wirtschafts- und finanzpolitischer Vertreter einer der Hauptdelegierten der Friedensverhandlungen. Er und Melchior verließen jedoch ihre Delegationen, weil sie die Reparationsverpflichtungen gegenüber der Entente als unannehmbar ansahen. Wie auch die anderen Delegationsteilnehmer empfahlen sie der Reichsregierung, den Versailler Vertrag nicht zu unterzeichnen. Seine Tätigkeit trug ihm später heftige Angriffe von antisemitischer Seite ein. Aufgrund dieser Erfahrungen lehnte er alle Angebote ab, als Minister in ein Reichskabinett einzutreten.
In den 1920er Jahren wurde Melchior mehrfach von staatlicher Seite beauftragt, auf internationalen Konferenzen die deutschen Interessen mit dem Ziel zu vertreten, Deutschland von den Reparationszahlungen des Versailler Vertrags zu entlasten. Als Berater der deutschen Delegation nahm er an den Reparationskonferenzen in Brüssel (1920), Paris (1921), London (1921) und Genua (1922) teil.
Um den Außenhandel nach dem Ersten Weltkrieg zu fördern, entstand auf Initiative von Warburg und Paul von Mendelssohn-Bartholdy vom Berliner Bankhaus Mendelssohn & Co 1920 die Deutsche Warentreuhand AG. Warburg berief seinen Freund Merchant Banker und Senator a. D. August Lattmann in den Vorstand der Warentreuhand.
Die Warentreuhand hatte, wie der Name verrät, ursprünglich das Ziel, Kredite auf Basis des juristischen Prinzips der Treuhand zu vermitteln. Das Prinzip der Sicherungsübereignung von Waren oder Inventar zur Absicherung von Krediten sollte vor allem deutschen Firmen helfen, dringend benötigte internationale Kredite zu bekommen. Das Unternehmen befasste sich, um die Waren zu bilanzieren, seit seiner Gründung auch mit der Wirtschaftsprüfung und wurde 1932 als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft anerkannt. 1922 regte Warburg die Gründung des Übersee-Clubs in Hamburg an, der ebenfalls die internationalen Wirtschaftsbeziehungen Deutschlands verbessern sollte.
Warburg war seit 1924 Mitglied des Reichsbankrates. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten musste er diesen aufgrund seiner jüdischen Herkunft nach 1933 verlassen. Die „repräsentativste deutsche Bankfirma“ M.M.Warburg & CO galt 1928 im Hamburger Fremdenblatt als „die glücklichste und erfolgreichste Verkörperung besten hanseatischen Kaufmannsgeistes“. Er gehörte von 1925 bis 1931 dem Aufsichtsrat der Ende 1925 gegründeten I.G. Farben an und war 1932 in 20 Aufsichtsräten vertreten, 1933 war er noch in 14 und 1935 in 12 Gremien.
Von 1923 bis 1937 war er im Aufsichtsrat der Hypothekenbank in Hamburg. Er war unter anderem im Aufsichtsrat der Reedereien Norddeutscher Lloyd in Bremen und der HAPAG. Schon Mitte 1933 musste er aus dem Aufsichtsrat der HAPAG ausscheiden. Bemerkenswert war seine Rede bei seiner Entlassung, die er selbst auf sich hielt, als ihn niemand vom Aufsichtsrat mit einer Rede verabschieden wollte: „Die große und mächtige deutsche Schifffahrt ist vornehmlich das Werk zweier Juden. Der eine ist der verstorbene Albert Ballin und der andere ist der Mann, der die Ehre hat, vor Ihnen zu stehen. … Wenn wir, die neuen Leute hier, jetzt gezwungen sind, uns von Ihnen, dem altbewährten Mitarbeiter, zu trennen, tragen wir die Schuld.“
Warburg war wegen seiner Verdienste um den Verein für Hamburgische Geschichte 1921 ehrenhalber der Status eines lebenslänglichen Mitglieds verliehen worden. Gleichwohl wurde ihm 1938 unter Verweis auf die Nürnberger Rassegesetze die Vereinsmitgliedschaft aberkannt.
[bold]Fluchthelfer[/bold]
Ab 1933 nahm Warburgs politische Bedeutung für die Juden in Deutschland stetig zu: Von 1935 bis 1938 fungierte er als Vorsitzender des 1901 gegründeten Hilfsvereins der deutschen Juden und als Ratsmitglied der Reichsvertretung der deutschen Juden. Mit großem persönlichen Engagement suchte er die Möglichkeit zur Emigration für Juden – vor allem in finanzieller Hinsicht – zu verbessern und knüpfte auch Kontakte zu Persönlichkeiten des NS-Staates. M.M.Warburg & CO war sowohl an der Paltreu (Palästina Treuhand-Stelle der Juden in Deutschland GmbH) wie der Alltreu (Allgemeine Treuhandstelle für die jüdische Auswanderung GmbH) als Gesellschafter beteiligt, die emigrationswilligen Juden günstige Konditionen beim Devisentransfer ins Ausland gewährten. Nach 1933 gelang es ihm mit Hilfe des Vereins, seiner Bank und seiner Mitarbeiter, dass bis 1938 über 75.000 jüdische Bürger emigrieren konnten. Durch geschickte Vermögenstransfers gelang es der Organisation, den Flüchtigen wenigstens Teile ihres Besitzes zu erhalten.
[bold]Emigration und Nachlass[/bold]
Im Mai 1938 verließ Warburg aufgrund der Verfolgung von Menschen jüdischer Herkunft durch die Nationalsozialisten seinen Direktorenposten. Enttäuscht hielt der Bankier, der sich zeit seines Lebens als deutscher Patriot verstand, im Casinosaal vor den 200 verbliebenen Angestellten eine Abschiedsrede, die mit den Worten endete: „Wir wünschen Ihrer Arbeit Erfolg, zum Segen der Hansestadt Hamburg und zum Segen Deutschlands.“[27]
Im August 1938 reiste Warburg in die USA und kehrte nach seiner Emigration nicht mehr zurück nach Deutschland. Die stille Beteiligung, die die Familie Warburg weiterhin an der Bank hielt, wurde bei Kriegsausbruch 1939 beschlagnahmt. Das Bankhaus musste am 27. Oktober 1941 auf Anweisung der Regierung des Deutschen Reiches in Brinckmann, Wirtz & Co. umfirmieren.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs erhielten die Teilhaber der M.M.Warburg & CO ihre eingefrorenen Vermögen zurück.[28] Max M. Warburgs gleichnamiger Enkel Max M. Warburg Jr. (* 1948 in New York) ist seit 1982 in der sechsten Generation Teilhaber der M.M.Warburg & CO und war von 2014 bis Ende 2019 stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der M.M.Warburg & CO.
In Hamburg-Rotherbaum ist seit 1947 die Warburgstraße nach Warburg benannt.
Geburtsdatum 5.6.1867
Geburtsort Hamburg
Sterbedatum 26.12.1946
Sterbeort New York
Wikipedia-Link https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Warburg

Verbindungen

Max Moritz Warburg - 1926–1931 - Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der I.G.Farben
Der Hamburger Bankier Max Moritz Warburg gehörte dem Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der Ende 1925 gegründeten I.G. Farbenindustrie AG von 1926 bis 1931 an.

Seine Berufung spiegelte die enge Verzahnung des neuen Chemie-Riesen mit den führenden deutschen Privatbanken in der Weimarer Republik wider.
Warburg verließ das Gremium im Zuge der turnusmäßigen Reduzierung und wirtschaftlichen Umstrukturierungen vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten.
Die Berufung von Max Warburg in den Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der I.G.Farben spiegelte die enge Verzahnung des neuen Chemie-Riesen mit den führenden deutschen Privatbanken in der Weimarer Republik wider.
Max Moritz Warburg - 1935-1938 Vorsitzender - Hilfsverein der deutschen Juden
Max Moritz Warburg engagierte sich über Jahrzehnte im Hilfsverein der deutschen Juden, der 1901 gegründet worden war. Nach 1933 wurde die Organisation unter dem NS-Regime zu einer zentralen Anlaufstelle, um die Existenzsicherung und insbesondere die Auswanderung mittelloser Juden aus Deutschland finanziell und organisatorisch zu unterstützen.
Max Moritz Warburg - Ratsmitglied - Reichsvertretung der Deutschen Juden
Max Moritz Warburg gehörte dem erweiterten Vorstand und Finanzrat der 1933 gegründeten "Reichsvertretung der Deutschen Juden" an. Als zentrale Dachorganisation versuchte die Reichsvertretung unter der Leitung von Leo Baeck, die Rechtsberatung, das Schulwesen und die Auswanderung der verfolgten jüdischen Bevölkerung kollektiv zu organisieren.
Deutsches Historisches Museum (DHM LeMO) — dhm.de
Max Moritz Warburg - Gesellschafter - Palästina Treuhand-Stelle der Juden in Deutschland
Max Moritz Warburg und das Bankhaus M.M.Warburg & CO waren federführend an der Errichtung der Paltreu (Palästina Treuhand-Stelle) beteiligt. Diese Institution wickelte die finanziellen Transaktionen im Rahmen des Haavara-Abkommens ab, um jüdische Auswanderer bei der "legalen Flucht" nach Palästina unter Mitnahme von Sachwerten zu unterstützen.
Max Moritz Warburg - Gesellschafter - Alltreu (Allgemeine Treuhandstelle für die jüdische Auswanderung GmbH)
Der Hamburger Bankier Max Moritz Warburg war 1936 maßgeblich an der Gründung der Alltreu beteiligt. Diese von jüdischen Vertretern initiierte, aber staatlich kontrollierte Treuhandstelle sollte jüdischen Emigranten helfen, zumindest einen Teil ihres Vermögens (oft über den Export deutscher Waren) ins Ausland zu retten.
Max Moritz Warburg - M. M. Warburg & CO
Max Moritz Warburg trat 1892 in die von seinem Vater geführte Bank M. M. Warburg & Co. ein. Vorzügliche internationale Kontakte sowie ein modernes Verständnis von globaler Bankentätigkeit ermöglichten es Warburg, das private Bankhaus der Familie in den folgenden Jahrzehnten zu einer der bedeutendsten Privatbanken Deutschlands zu entwickeln, in der vor allem der Außenhandel eine bedeutende Rolle spielte.
Max Moritz Warburg - Vater von - Moritz M. Warburg
Moritz M. Warburg ist der Vater von Max Moritz Warburg
WiKipedia [* muss spezifiziert werden *]
Max Moritz Warburg - Brüder - Paul Moritz Warburg
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Max Moritz Warburg - Gründungsmitglied RC Hamburg - Rotary International
Dr. Max Moritz Warburg wurde 1929 gemeinsam mit seinem Sohn Erich Gründungsmitglied des RC Hamburg.
Max Moritz Warburg - Sohn - Eric M. Warburg
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Max Moritz Warburg - Berater - Wilhelm II.
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Max Moritz Warburg - Tochter - Lola Nina Hahn-Warburg
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Max Moritz Warburg - spendet an - Paneuropa-Union
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Max Moritz Warburg - Paneuropa-Fördergesellschaft
Als erster übermittelte der deutsche Bankier Max M. Warburg eine Spende an die Paneuropa-Fördergesellschaft. Diese finanzielle Zuwendung wurde in der deutschen Paneuropa-Fördergesellschaft unter Vorsitz des Elektroindustriellen Robert Bosch institutionalisiert.
Max Moritz Warburg - Mitglied - Deutsche Finanzkommission bei den Verhandlungen zum Versailler Vertrag
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