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Agfa

Agfa ist ein ursprünglich deutsches Unternehmen der chemischen Industrie. „AGFA“ steht für „Aktien-Gesellschaft für Anilin-Fabrikation“. Das heutige Unternehmen Agfa-Gevaert entstand 1964 durch eine Fusion der deutschen Agfa AG und der belgischen Gevaert N.V. Der breiten Öffentlichkeit wurde das Unternehmen durch seine fotografischen Produkte bekannt. Agfa war über Jahrzehnte einer der größten europäischen Hersteller fotografischer Filme und Laborausrüstungen nach den weltweit führenden Konkurrenten Kodak und Fujifilm. Für den Massenmarkt wurden auch Kameras und Diaprojektoren hergestellt.
Institution ist aktiv
Rechtsform Naamloze vennootschap
Gründungsdatum 1867/1964
Sitz Mortsel
Webseite https://www.agfa.com
Wikipedia-Link https://de.wikipedia.org/wiki/Agfa

Verbindungen

Agfa - Dreibund (ab 1904) - Bayer AG
Die Interessen-Gemeinschaft wurde 1904 gegründet von

1. Agfa (Aktiengesellschaft für Anilinfabrikation Berlin)
2. BASF (Badische Anilin- und Sodafabrik Ludwigshafen)
3. Bayer (Farbenfabriken vorm. Friedrich Bayer & Co. Elberfeld)

Daher wurde sie auch Dreibund genannt. Die I.G. beschränkte sich zunächst auf Erfahrungsaustausch und Verzicht auf Konkurrenz durch gemeinsame Produkte. Vorbild dazu waren Trusts – Unternehmenszusammenschlüsse in den USA, z.B. Standard Oil. Trusts waren Zentralaktiengesellschaften, entstanden durch die Vereinigung mehrerer Aktiengesellschaften, die formell ihre Existenz behielten, tatsächlich jede Selbständigkeit verloren. Die Ausschaltung des Konkurrenzkampfes erlaubte Gewinnmaximierung und einfacheres Durchsetzen eigener Interessen.
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Agfa - Fusion (1925) - I.G. Farben
Die Actien-Gesellschaft für Anilin-Fabrikation (Agfa) war 1925 ein Gründungsmitglied der I.G. Farben und bildete dort im Wesentlichen die Sparte III (Photochemie) mit den Hauptwerken in Wolfen und Leverkusen.
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Die Agfa war tief in die Kriegsverbrechen des Konzerns verstrickt. Neben kriegswichtigen Filmen und Spezialchemikalien für die Wehrmacht bebaute und betrieb die Agfa im Werk Wolfen eigene Zwangsarbeiterlager.

Das Agfa-Kamerawerk in München unterhielt zudem ab 1944 ein eigenes Außenlager des Konzentrationslagers Dachau (Agfa-Kommando), in dem hunderte weibliche KZ-Häftlinge unter brutalsten Bedingungen zur Produktion von Zeitzündern für die Rüstungsindustrie gezwungen wurden.
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Agfa - Gründer - Paul Mendelssohn Bartholdy (der Ältere)
Der Chemiker Paul Mendelssohn Bartholdy (der Ältere) (ein Sohn des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy) war neben Martius der entscheidende kaufmännische und wissenschaftliche Kopf bei der Gründung und dem Aufbau der Agfa. Er verstarb früh im Jahr 1880, legte aber das Fundament für den Aufstieg zum Großkonzern.
Agfa - Gründer - Carl Alexander von Martius
Der Chemiker Carl Alexander von Martius gründete 1867 gemeinsam mit Paul Mendelssohn Bartholdy (dem Älteren) die Betriebe an der Rummelsburger Bucht in Berlin, aus denen 1873 die weltbekannte Agfa hervorging. Er leitete das Unternehmen jahrzehntelang als technischer Direktor.
Agfa - Fundament der Sparte III - Sparte III (Fotochemie)
Innerhalb der dezentralen Konzernorganisation der I.G. Farben bildete die Agfa (mit ihren Hauptstandorten Wolfen und Leverkusen) das absolute Fundament der Sparte III (Fotochemie und Kunstfasern)
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Das Agfa-Produktionsnetzwerk wurde lückenlos in die NS-Kriegswirtschaft eingegliedert. Die Konzernleitung nutzte die Infrastruktur der Sparte III, um im Agfa-Werk Wolfen unter brutalem Einsatz tausender Zwangsarbeiter Spezialfilme für die Luftaufklärung der Wehrmacht zu produzieren. Zudem wurde über diese Sparte die Logistik für das KZ-Außenlager München (Agfa Kamerawerke) gesteuert, wo Häftlinge aus Dachau Zünder für Fliegerbomben herstellen mussten.
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Agfa - Betreiber / Nutznießer der Zwangsarbeit - KZ-Außenlager München (Agfa Kamerawerke)
Die Agfa (als Teil des I.G.-Farben-Konzerns) nutzte ab September 1944 das eigens eingerichtete KZ-Außenlager München (Agfa Kamerawerke) in München-Giesing. In einem unfertigen Wohnblock an der Weißenseestraße wurden rund 550 weibliche KZ-Häftlinge aus den Niederlanden und Osteuropa unter erbärmlichen Bedingungen interniert. Sie mussten im benachbarten Agfa-Werk kriegswichtige Zeitzünder für die Flugabwehr sowie Teile für die Fernraketen V1 und V2 montieren. Im Januar 1945 kam es dort zu einem historisch seltenen, mutigen Streik der inhaftierten Frauen gegen die Unterernährung.
Agfa - Zwangsarbeit - Durchgangslager Westerbork
Das Durchgangslager Westerbork in den besetzten Niederlanden diente den Nationalsozialisten als zentrales Sammellager für die Deportation jüdischer Bürger in die Vernichtungslager. Im Jahr 1944 selektierte die SS dort eine Gruppe von rund 200 niederländischen Frauen (darunter viele politische Gefangene und Widerstandskämpferinnen) gezielt für den Arbeitseinsatz in der deutschen Rüstungsindustrie. Sie wurden direkt nach München verschleppt, um im dortigen Agfa-Kamerawerk Zwangsarbeit zu leisten.
Agfa - Franz Oppenheim
28-jährig nahm Oppenheim eine Tätigkeit bei der Actien-Gesellschaft für Anilinfabrikation (Agfa) auf, um seinen erkrankten Schwager und Gründer der Fabrik Paul Mendelssohn Bartholdy zu vertreten. Mit dem Tod Mendelssohn Bartholdys trat Oppenheim dauerhaft in das Unternehmen ein und leitete mehrere Jahre den Rummelsburger Betrieb der Agfa, bevor er 1886 in deren Geschäftsleitung berufen wurde.

Vom Farbstoffbetrieb der Agfa in Berlin-Treptow ausgehend wurde mit den Fotoentwicklern Eikonogen und 1891 mit Rodinal der Grundstock für die spätere Fotoabteilung der Agfa gelegt. Das Sortiment der Abteilung wurde 1896 um Röntgenfotoplatten erweitert. 1909 kam es zur Gründung der Filmfabrik Wolfen, die die gesamte Aktivitäten der Agfa auf dem Fotosektor abdeckte.

Auf Grund der Arbeit mit Zellulose für die Unterlage des Films forcierte Oppenheim die Forschung zur Kunstseide, deren Produktion ein bedeutender Geschäftszweig der Agfa wurde. Die Gründung der Farbenfabrik Wolfen wird seinem Wirken zugeschrieben. Oppenheim war schon sehr früh an den ersten Fusionsverhandlungen in der deutschen chemischen Industrie beteiligt. 1916 gehörte er dem Gemeinschaftsrat der deutschen Teerfarbenfabriken an, ab 1925 war er Mitglied im Verwaltungs- und Aufsichtsrat der I.G. Farben AG.
Agfa - Hauptaktionär & Mitglied im Aufsichtsrat - Otto von Mendelssohn Bartholdy
Otto von Mendelssohn Bartholdy (Sohn des Agfa-Mitbegründers Paul) erbte ein beträchtliches Aktienpaket der Agfa (Actien-Gesellschaft für Anilin-Fabrikation). Er vertrat die familiären Interessen im Aufsichtsrat der Berliner Traditionsfirma bis zu deren Aufgehen in der I.G. Farben.
Deutsche Biographie (Otto von Mendelssohn Bartholdy) — deutsche-biographie.de
Agfa - Fusion in den USA (1928) - Ansco
Der größte europäische Filmhersteller Agfa fusionierte 1928 in den Vereinigten Staaten mit Ansco zu Agfa-Ansco.
Agfa - Agfa USA geht auf in - Agfa-Ansco
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