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Heinz Baumkötter

Geburtsdatum 7.2.1912
Geburtsort Burgsteinfurt
Sterbedatum 22.4.2001
Sterbeort Münster
Wikipedia-Link https://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Baumkötter

Verbindungen

Heinz Baumkötter - KZ Mauthausen
Heinz Baumkötter (1912–2001) war ein deutscher SS-Hauptsturmführer und Mediziner. Seine aktive Laufbahn als Lagerarzt in den Konzentrationslagern begann im November 1941 im österreichischen KZ Mauthausen.
Obwohl Baumkötter später vor allem als Erster Lagerarzt im KZ Sachsenhausen (wo er Häftlinge für Tuberkulose- und Kampfstoffversuche missbrauchte) berüchtigt wurde, begann seine aktive Beteiligung am Vernichtungssystem in Mauthausen. Als Lagerarzt selektierte er Häftlinge, verweigerte medizinische Hilfe und überwachte den brutalen Alltag im Lager, bei dem tausende Menschen im dortigen Steinbruch zu Tode geschunden wurden. Er wurde nach dem Krieg im Sachsenhausen-Prozess (1947) von einem sowjetischen Militärtribunal und später in Westdeutschland (1962) zu Haftstrafen verurteilt. Skandalöserweise arbeitete er später unter anderem als wissenschaftlicher Mitarbeiter für die Firma Grünenthal.
Heinz Baumkötter - KZ-Arzt - KZ Natzweiler-Struthof
Baumkötter steht stellvertretend für die medizinischen Gräueltaten, die eng mit der chemisch-pharmazeutischen Industrie im NS-Staat verzahnt waren. In den Konzentrationslagern führte er brutale Menschenversuche an Häftlingen durch (unter anderem Tests zur Erprobung von Medikamenten und Kampfstoffen). Die IG Farben unterhielt enge Kontakte zu den KZ-Ärzten, um klinische Testreihen von pharmazeutischen Präparaten an Häftlingen ohne deren Einwilligung durchführen zu lassen.
Protokolle der Nürnberger Prozesse, Gedenkstätte Sachsenhausen
Heinz Baumkötter war SS-Hauptsturmführer und KZ-Arzt in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Natzweiler-Struthof.
euwid-holz.de, zuletzt abgerufen am 12.06.2026
Heinz Baumkötter - KZ-Arzt - KZ Sachsenhausen
Heinz Baumkötter war SS-Hauptsturmführer und KZ-Arzt in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Natzweiler-Struthof.

Er führte brutale Menschenversuche an Häftlingen durch (unter anderem Tests zur Erprobung von Medikamenten und Kampfstoffen).

Die IG Farben unterhielt enge Kontakte zu den KZ-Ärzten, um klinische Testreihen von pharmazeutischen Präparaten an Häftlingen ohne deren Einwilligung durchführen zu lassen.
Die medizinischen Lagerexperimente sind in den Nürnberger Prozessen dokumentiert, nachzulesen unter anderem im Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen.
Heinz Baumkötter - Angeklagter (lebenslänglich) - Sachsenhausen-Prozess
Ein sowjetischer Militärgerichtshof verurteilte Baumkötter im Sachsenhausen-Prozess, der vom 23. Oktober bis zum 1. November 1947 dauerte, zu lebenslanger Haft mit der Pflicht zur Zwangsarbeit. Etwa einen Monat nach Urteilsverkündung wurde er im Arbeitslager Workuta des Gulags inhaftiert.

Nach dem Besuch Adenauers in der Sowjetunion wurde Baumkötter als sogenannter „Nichtamnestierter“ 1956 an die Bundesrepublik Deutschland überstellt.
Heinz Baumkötter - Prozess (1950er Jahre) gegen - Landgericht Münster
Nach seiner Überstellung von der Sowietunion in die Bundesrepublik Deutschland wurde Baumkötter 1956 vorübergehend von den deutschen Behörden festgenommen.

Baumkötter wurde schließlich vor dem Landgericht Münster der Prozess gemacht. Er wurde angeklagt, in Sachsenhausen an der Hinrichtung von rund 125 Häftlingen beteiligt gewesen zu sein und soll zudem zwischen 1942 und 1945 mindestens 110 Häftlinge, die in der Gaskammer sterben sollten, selektiert haben. Am 5. Juni 1959 erfolgte die vorläufige Untersagung des ärztlichen Berufes durch Verfügung des Regierungspräsidenten in Münster und am 21. November 1959 wurde er gegen Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen.

Am 27. Februar 1962 wurde Baumkötter für schuldig befunden und zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt, die jedoch durch die Haftzeit in der Sowjetunion als verbüßt galten.
Heinz Baumkötter - Wissenschaftlicher Mitarbeiter - Grünenthal
Nach 1965 war Baumkötter als Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Grünenthal GmbH, Büro Münster, tätig.
Heinz Baumkötter - führte Versuche durch - Menschenversuche in nationalsozialistischen Konzentrationslagern
Baumkötter wurde durch seine pseudowissenschaftlichen Experimente bekannt, die er an Häftlingen durchführte. Aufgrund der immer bedrohlicher werdenden Kriegslage sollte versucht werden, die Besatzung deutscher U-Boote tagelang ohne Schlaf auskommen zu lassen. Reichsführer SS Himmler hatte zuvor die Erlaubnis erteilt, Experimente an Häftlingen durchzuführen. Baumkötter führte diese durch, indem er ihnen Drogen injizierte, unter anderem Kokain und Pervitin. Anschließend mussten die Probanden tagelang jeweils elf Stunden lang ohne Schlaf auf einer 700 Meter langen Laufbahn mit einem halben Zentner Gepäck marschieren. Gleichzeitig „testeten“ sie dabei auf den täglich zurückgelegten rund 40 Kilometern für die Industrie Schuhsohlen (Schuhläufer-Kommando).

Weitere Experimente sollten die Ursache, Ansteckung und Heilung von Gelbsucht betreffen, bei der Häftlingen der Erreger injiziert wurde.

Außerdem wurden Häftlingen Verbrennungen 2. und 3. Grades durch Phosphor zugefügt, um die Heilungschancen zu testen.

Baumkötter war direkt verantwortlich für Verbrechen, die an den Gefangenen verübt wurden. Er selektierte Häftlinge, die nicht mehr arbeitsfähig waren und war bei Erschießungen zugegen, um den Tod der Gefangenen zu bestätigen. Außerdem war er Zeuge von Vergasungen, um auch hier den Tod der Opfer zu bescheinigen. Baumkötter führte in Sachsenhausen das Abspielen lauter Marschmusik bei Erschießungen ein, damit die übrigen Häftlinge die Gewehrschüsse nicht hören konnten.
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