Von 1962 bis 1966 war Richard Holbrooke in Vietnam tätig, zuerst als regionaler Repräsentant der United States Agency for International Development (USAID) im Mekongdelta. Hier diente er in der Abteilung Rural Affairs („Ländliche Angelegenheiten“) in Sóc Trăng (Ort), nahe der Provinz Cà Mau, die eine Hochburg des Vietcong war. In seine Zuständigkeit fiel zumindest auf dem Papier die Betreuung von mehr als 300 sogenannten Wehrdörfern im Rahmen des Strategic Hamlet Programs. Tatsächlich befand sich ein Großteil der Ortschaften in der Hand des Vietcong, der laut Information der Nachrichtendienste in dieser Provinz mehr als 3000 Kader hatte, oder war von diesem zerstört worden.