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I.G.Farben

Am 2. Dezember 1925 fusionierten die acht führenden deutschen Chemieunternehmen zur IG Farben (Interessen-Gemeinschaft Farbenindustrie AG).

Die acht Firmen waren:

1. BASF
2. AGFA
3. Hoechst
4. Bayer
5. Cassella
6. Chemische Fabrik Griesheim-Elektron
7. Chemische Fabrik vorm. Weiler-ter Meer
8. Chemische Fabrik Kalle

Die IG Farben war während des Nationalsozialismus der größte europäischen Industriekonzern und der größte Chemiekonzern der Welt. Er war tief in die Verbrechen des NS-Regimes verstrickt.

Die I.G.Farben beteiligte sich hierbei u.a. an:

1. Zwangsarbeit
2. Medizinischen Versuchen an KZ-Häftlingen
3. Herstellung von Rüstungsgütern

Die Beteiligung an der Zwangsarbeit war kein Nebenprodukt des Krieges, sondern ein strategisch geplantes, systematisches Kerngeschäft zur Gewinnmaximierung.

Die IG Farben errichtete ab 1941 eigenständig ein riesiges Werk zur Herstellung von synthetischem Kautschuk (Buna) und Treibstoffen in Monowitz. In enger Kooperation mit der SS finanzierte und betrieb der Konzern dort ein firmeneigenes Konzentrationslager: das Lager Monowitz (Auschwitz III).

Zehntausende Häftlinge wurden hier unter brutalsten, gezielt kalkulierten Bedingungen zu schwerster Sklavenarbeit gezwungen. Wer zu schwach oder krank zum Arbeiten war, wurde ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau selektiert.

Die Pharma-Abteilungen des Konzerns missbrauchten KZ-Häftlinge ohne deren Einwilligung für tödliche medizinische und pharmakologische Experimente (z. B. Fleckfieber-Impfstoffe).

Über eine Tochtergesellschaft (die Degesch, an der die IG Farben zu 42,5 % beteiligt war) hielt der Konzern die Patentrechte an Zyklon B. Das Giftgas wurde in großem Stil an die SS zur systematischen Ermordung der europäischen Juden geliefert.

Die I.G. Farbenindustrie AG wurde 1952 von der Alliierten Hohen Kommission ‚entflochten'. Es wurden vier Nachfolgefirmen – Bayer, BASF, Hoechst und Cassella geschaffen.

Verbindungen

Otto Ambros 1938–1945 Vorstandsmitglieder I.G. Farben
Otto Ambros war Vorstandsmitglied der IG Farben.
handelsblatt, Artikel von Thorsten Giersch vom 28.07.2011, zuletzt abgerufen am 10.06.2026
Otto Ambros stieg im Jahr 1938 in den Vorstand der IG Farben auf.
euwid-holz.de, zuletzt abgerufen am 12.06.2026
Heinz Baumkötter KZ-Arzt KZ Natzweiler-Struthof
Baumkötter steht stellvertretend für die medizinischen Gräueltaten, die eng mit der chemisch-pharmazeutischen Industrie im NS-Staat verzahnt waren. In den Konzentrationslagern führte er brutale Menschenversuche an Häftlingen durch (unter anderem Tests zur Erprobung von Medikamenten und Kampfstoffen). Die IG Farben unterhielt enge Kontakte zu den KZ-Ärzten, um klinische Testreihen von pharmazeutischen Präparaten an Häftlingen ohne deren Einwilligung durchführen zu lassen.
Protokolle der Nürnberger Prozesse, Gedenkstätte Sachsenhausen
Heinz Baumkötter war SS-Hauptsturmführer und KZ-Arzt in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Natzweiler-Struthof.
euwid-holz.de, zuletzt abgerufen am 12.06.2026
Heinz Baumkötter KZ-Arzt KZ Sachsenhausen
Heinz Baumkötter war SS-Hauptsturmführer und KZ-Arzt in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Natzweiler-Struthof.

Er führte brutale Menschenversuche an Häftlingen durch (unter anderem Tests zur Erprobung von Medikamenten und Kampfstoffen).

Die IG Farben unterhielt enge Kontakte zu den KZ-Ärzten, um klinische Testreihen von pharmazeutischen Präparaten an Häftlingen ohne deren Einwilligung durchführen zu lassen.
Die medizinischen Lagerexperimente sind in den Nürnberger Prozessen dokumentiert, nachzulesen unter anderem im Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen.
Friedrich Bayer Sohn von Friedrich Bayer (junior)
Friedrich Bayer war der Gründer des weltbekannten Farben- und Chemieunternehmens Bayer (1863 gegründet). Sein Sohn, Friedrich Bayer (junior), trat nach seinem Chemiestudium in das väterliche Unternehmen ein, führte es nach dem Tod des Vaters erfolgreich weiter und baute es maßgeblich zu einer Aktiengesellschaft aus.
Bayer AG History
Ernst Bürgin 1938–1945 Vorstandsmitglieder I.G. Farben
Ernst Bürgin war Mitglied des Vorstands der IG Farben.
euwid-holz.de, zuletzt abgerufen am 12.06.2026
Leopold Cassella & Co Gründer / Namensgeber Leopold Cassella
Leopold Cassella gründete 1798 in Frankfurt am Main einen Handel mit Spezereiwaren, der sich später unter seinen Nachfolgern zur weltbekannten Textilfärbe- und Chemiefirma Leopold Cassella & Co. entwickelte.
Quelle: Deutsche Biographie
Hans Deichmann Urenkel Wilhelm Ludwig Deichmann
Der Kölner Bankier Wilhelm Ludwig Deichmann (Gründer des Bankhauses Deichmann & Co.) war der Ur-Großvater von Hans Deichmann. Hans Deichmann wurde später Jurist und spielte eine bedeutende Rolle im Widerstand gegen den Nationalsozialismus sowie als Geschäftsführer einer Tochtergesellschaft der I.G. Farben in Italien.
Portal Rheinische Geschichte
Wilhelm Ludwig Deichmann Mitbegründer Deichmann & Co.
Wilhelm Ludwig Deichmann gründete 1858 das renommierte Kölner Privatbankhaus Deichmann & Co. durch die Übernahme und Umfirmierung des angeschlagenen Bankhauses Schaaffhausen. Unter seiner Leitung stieg es zu einem der einflussreichsten Finanzinstitute im Rheinland auf.
Historisches Archiv der Stadt Köln
Carl Duisberg Freundschaft Friedrich Bayer (junior)
Der spätere I.G.-Farben-Mitbegründer Carl Duisberg trat als junger Chemiker in die Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co. ein und heiratete Johanna Seebohm, die Nichte von Friedrich Bayer (junior) (Sohn des Firmengründers). Duisberg stieg durch das Vertrauen der Familie Bayer zum Generaldirektor des Unternehmens auf.
Bayer AG History
Dynamit Nobel Mitglied des Aufsichtsrats (1936–1940) Fritz Gajewski
Fritz Gajewski, Spitzenmanager der I.G. Farben, war Aufsichtsratsvorsitzender der Dynamit-Actien-Gesellschaft vormals Alfred Nobel & Co. (DAG). Die I.G. Farben hielt die Mehrheit an diesem Sprengstoffunternehmen, das während des Zweiten Weltkriegs massiv Rüstungsgüter und Munition für die Wehrmacht produzierte.
Wollheim Memorial / IG-Farben-Prozess
Fritz Gajewski 1931–1945 Vorstandsmitglieder I.G. Farben
Fritz Gajewski war ab 1931 ordentliches Mitglied des Vorstands der I.G. Farbenindustrie AG und leitete die Sparte III (Photochemie, Agfa). Er arbeitete eng mit den anderen Vorstandsmitgliedern zusammen und stand 1947/48 gemeinsam mit ihnen im Nürnberger I.G.-Farben-Prozess unter Anklage (er wurde freigesprochen).
Wollheim Memorial
Leo Gans Vater von Ludwig Aaron Gans
Der jüdische Unternehmer Ludwig Aaron Gans war der Vater des Chemikers und Industriellen Leo Gans. Ludwig Aaron leitete das Handelshaus Cassella und legte damit das wirtschaftliche Fundament für den späteren Erfolg seines Sohnes in der organischen Chemie und Farbstoffproduktion.
Frankfurter Personenlexikon
Arthur von Weinberg Neffe Leo Gans
Leo Gans war der Onkel des Chemikers und Industriellen Arthur von Weinberg (Sohn von Leos Schwester Pauline Gans). Beide leiteten über Jahrzehnte hinweg gemeinsam das Familienunternehmen Cassella und machten es zu einem Weltkonzern, bevor es in der I.G. Farben aufging.
Frankfurter Anilinfarbenfabrik gründet 1870 Leo Gans
Leo Gans gründete 1870 gemeinsam mit seinem Bruder Adolf Gans und dem Chemiker August Leonhardt die Frankfurter Anilinfarbenfabrik von Gans & Leonhardt. Dies war der direkte Vorläufer der großindustriellen Produktion von künstlichen Farbstoffen bei Cassella in Frankfurt-Fechenheim.
Kasseler Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Leopold Cassella & Co Inhaber / Leiter Ludwig Aaron Gans
Ludwig Aaron Gans übernahm nach dem kinderlosen Tod des Gründers Leopold Cassella (der sein angeheirateter Onkel war) im Jahr 1847 die alleinige Führung des Handels- und Industriehauses, das fortan als Leopold Cassella & Co. firmierte und sich unter seiner Leitung ganz auf den Textilfarbenhandel fokussierte.
Frankfurter Personenregister
Heinrich Hörlein Behring-Werk
Prof. Dr. Heinrich Hörlein war das zuständige Vorstandsmitglied der I.G. Farben für die Behringwerke und zeitgleich Aufsichtsratsvorsitzender während der NS-Zeit. Er trug die übergeordnete Verantwortung und stand dafür auch im Nürnberger I.G.-Farben-Prozess vor Gericht.
WiKipedia [* muss spezifiziert werden *]
Carl Krauch Vorstandsmitglied, Aufsichtsratsvorsitzender (1940-1945) Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der I.G.Farben
Carl Krauch war einer der einflussreichsten Chemiker und Industriemanager der IG Farben. Er saß im Vorstand des Konzerns und stieg im NS-Staat zum „Chef der Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Reiches“ auf durch Hermann Göring auf.
Krauch forcierte maßgeblich den Bau des Werks Buna-IV in Auschwitz, da er die dortigen KZ-Häftlingskapazitäten als strategischen Vorteil für den Vierjahresplan begriff. Im Nürnberger IG-Farben-Prozess wurde er 1948 zu sechs Jahren Haft verurteilt.
Wollheim Memorial, Bundesarchiv, Zukunft-braucht-Erinnerung
Carl Krauch war einer der einflussreichsten Chemiker und Industriemanager der IG Farben. Er saß im Vorstand des Konzerns und stieg im NS-Staat zum „Chef der Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Reiches“ auf durch Hermann Göring auf.
Edmund ter Meer Vater Fritz ter Meer
Fritz ter Meer, der spätere verurteilte Kriegsverbrecher und I.G.-Farben-Vorstand, war der Sohn des bedeutenden Chemikers und Unternehmensgründers Edmund ter Meer. Fritz trat in das väterliche Chemieunternehmen ein und führte das Familienerbe in die spätere Großfusion der I.G. Farben.
Deutsche Biographie
Edmund ter Meer 1926-1931 Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der I.G.Farben
Edmund ter Meer saß von 1926 bis zu seinem Tod 1931 im Verwaltungsrat (der internen Bezeichnung für den Aufsichtsrat) der I.G. Farben.
WiKipedia [* muss spezifiziert werden *]
Edmund ter Meer Gegründet von / Namensgeber Dr. E. ter Meer & Cie
Die chemische Fabrik Dr. E. ter Meer & Cie in Uerdingen am Rhein wurde 1896 von Edmund ter Meer gegründet. Das auf Teerfarben spezialisierte Unternehmen war hocherfolgreich und schloss sich 1925 mit anderen Großfirmen zur I.G. Farbenindustrie AG zusammen (woraus das spätere Bayer-Werk Uerdingen hervorging).
Bayer AG Werk Uerdingen Historie
Otto von Mendelssohn Bartholdy Vater von Paul Mendelssohn Bartholdy (der Ältere)
Paul Mendelssohn Bartholdy (der Ältere), Mitbegründer der Berliner Agfa, war der Vater des Bankiers und Industriellen Otto von Mendelssohn Bartholdy. Otto erbte erheblichen Einfluss im Chemiegeschäft und saß später im Aufsichtsrat der I.G. Farbenindustrie AG.
Mendelssohn-Gesellschaft
Paul Mendelssohn Bartholdy (der Jüngere) Vater von Paul Mendelssohn Bartholdy (der Ältere)
Der Chemiker und Agfa-Pionier Paul Mendelssohn Bartholdy (der Ältere) war der Vater von Paul Mendelssohn Bartholdy (dem Jüngeren). Letzterer trat in die Fußstapfen seines Vaters, wurde ebenfalls Chemiker und leitete die Agfa als Generaldirektor bis zur Fusion in die I.G. Farben.
Deutsche Biographie
Sparte III (Fotochemie) Werksleiter und Direktor bis 1933 Paul Mendelssohn Bartholdy (der Jüngere)
Paul Mendelssohn Bartholdy (der Jüngere) leitete nach der Fusion der I.G. Farben im Jahr 1925 die Sparte III, welche die Fotochemie (insbesondere die Agfa-Werke in Wolfen und Leverkusen) umfasste. Er organisierte die Integration der fotochemischen Produktion in den Gesamtkonzern bis zu seinem Tod 1932 (woraufhin Fritz Gajewski die Sparte übernahm).
Wollheim Memorial
Wilhelm Ludwig Deichmann Freunde / Schwager Adolph vom Rath
Der Kölner Bankier Adolph vom Rath war eng mit Wilhelm Ludwig Deichmann verbunden. Deichmann hatte Elisabeth vom Rath geheiratet, die Schwester von Adolph. Die beiden einflussreichen Männer bauten über diese familiäre Allianz ein mächtiges Netzwerk im rheinischen Banken- und Industriewesen auf.
Portal Rheinische Geschichte
Adolph vom Rath Mitbegründer Deichmann & Co.
Adolph vom Rath war neben seinem Schwager Wilhelm Ludwig Deichmann maßgeblicher Mitgründer und aktiver Teilhaber des Kölner Bankhauses Deichmann & Co. im Jahr 1858. Er brachte Kapital und weitreichende Kontakte aus der Kölner Oberschicht in das Institut ein.
Historisches Archiv der Stadt Köln
Georg von Schnitzler Onkel Hans Deichmann
Georg von Schnitzler war der Onkel von Hans Deichmann
WiKipedia [* muss spezifiziert werden *]
Nach der im gleichen Jahr aufgrund der Weltwirtschaftskrise erfolgten Insolvenz des väterlichen Bankhauses konnte Hans Deichmann seine juristische Laufbahn aus wirtschaftlichen Gründen nicht fortsetzen und begann durch Vermittlung seines Onkels, des I.G. Farben-Vorstandsmitglieds Georg von Schnitzler, zunächst eine kaufmännische Ausbildung bei der I.G. Farben in Frankfurt am Main.
WiKipedia [* muss spezifiziert werden *]
Max Moritz Warburg Gesellschafter Alltreu (Allgemeine Treuhandstelle für die jüdische Auswanderung GmbH)
Der Hamburger Bankier Max Moritz Warburg war 1936 maßgeblich an der Gründung der Alltreu beteiligt. Diese von jüdischen Vertretern initiierte, aber staatlich kontrollierte Treuhandstelle sollte jüdischen Emigranten helfen, zumindest einen Teil ihres Vermögens (oft über den Export deutscher Waren) ins Ausland zu retten.
Hilfsverein der deutschen Juden 1935-1938 Vorsitzender Max Moritz Warburg
Max Moritz Warburg engagierte sich über Jahrzehnte im Hilfsverein der deutschen Juden, der 1901 gegründet worden war. Nach 1933 wurde die Organisation unter dem NS-Regime zu einer zentralen Anlaufstelle, um die Existenzsicherung und insbesondere die Auswanderung mittelloser Juden aus Deutschland finanziell und organisatorisch zu unterstützen.
Max Moritz Warburg M. M. Warburg & CO
Max Moritz Warburg trat 1892 in die von seinem Vater geführte Bank M. M. Warburg & Co. ein. Vorzügliche internationale Kontakte sowie ein modernes Verständnis von globaler Bankentätigkeit ermöglichten es Warburg, das private Bankhaus der Familie in den folgenden Jahrzehnten zu einer der bedeutendsten Privatbanken Deutschlands zu entwickeln, in der vor allem der Außenhandel eine bedeutende Rolle spielte.
Max Moritz Warburg Gesellschafter Palästina Treuhand-Stelle der Juden in Deutschland
Max Moritz Warburg und das Bankhaus M.M.Warburg & CO waren federführend an der Errichtung der Paltreu (Palästina Treuhand-Stelle) beteiligt. Diese Institution wickelte die finanziellen Transaktionen im Rahmen des Haavara-Abkommens ab, um jüdische Auswanderer bei der "legalen Flucht" nach Palästina unter Mitnahme von Sachwerten zu unterstützen.
Max Moritz Warburg Ratsmitglied Reichsvertretung der Deutschen Juden
Max Moritz Warburg gehörte dem erweiterten Vorstand und Finanzrat der 1933 gegründeten "Reichsvertretung der Deutschen Juden" an. Als zentrale Dachorganisation versuchte die Reichsvertretung unter der Leitung von Leo Baeck, die Rechtsberatung, das Schulwesen und die Auswanderung der verfolgten jüdischen Bevölkerung kollektiv zu organisieren.
Deutsches Historisches Museum (DHM LeMO) — dhm.de
Arthur von Weinberg Brüder Carl von Weinberg
Die Brüder Arthur und Carl von Weinberg stammten aus der jüdischen Unternehmerfamilie Gans/Weinberg. Sie leiteten gemeinsam das Farbenunternehmen Cassella und gehörten später zu den bedeutendsten jüdischen Mäzenen Frankfurts. Beide wurden im Nationalsozialismus aufgrund ihrer Herkunft verfolgt; Arthur starb 1943 im KZ Theresienstadt.
Carl von Weinberg 1926–1937 (Entlassung) Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der I.G.Farben
Carl von Weinberg war seit der Gründung 1925 Mitglied des Verwaltungsrats (Aufsichtsrats) der I.G. Farben und zeitweise dessen stellvertretender Vorsitzender. Im Zuge der antisemitischen „Arisierung“ des Konzerns wurde er im Jahr 1938 gezwungen, all seine Ämter in der I.G. Farben niederzulegen.
Wollheim Memorial — wollheim-memorial.de
KZ Theresienstadt Verhaftung und Deportation ins KZ Theresienstadt am 2.6.1942 Arthur von Weinberg
Auf Veranlassung des Gauleiters vom Gau München-Oberbayern, Paul Giesler, wurde Arthur von Weinberg am 2. Juni 1942 verhaftet. Ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, starb er dort nach einer Cholezystektomie im Alter von 82 Jahren. Seine Asche wurde wie die tausender anderer Opfer in Theresienstadt in die Eger geschüttet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_von_Weinberg
Auf Veranlassung des Gauleiters vom Gau München-Oberbayern, Paul Giesler, wurde er am 2. Juni 1942 verhaftet. Ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, starb er dort nach einer Cholezystektomie im Alter von 82 Jahren. Seine Asche wurde wie die tausender anderer Opfer in Theresienstadt in die Eger geschüttet.
Wilhelm Ludwig Deichmann Leiter und Teilhaber (ab 1830) A. Schaaffhausen’scher Bankverein
Der Kölner Bankier Wilhelm Ludwig Deichmann war langjähriger Leiter und dominierender Teilhaber des A. Schaaffhausen’schen Bankvereins. Nach schweren Differenzen und der Liquidationskrise schied Deichmann 1857 aus und gründete im Folgejahr mit den mitgenommenen Vermögenswerten sein eigenes Bankhaus Deichmann & Co.
WiKipedia [* muss spezifiziert werden *]
Abraham Schaaffhausen Gründer A. Schaaffhausen’scher Bankverein
Das Kölner Bankhaus wurde ursprünglich von dem Großhändler und Bankier Abraham Schaaffhausen im späten 18. Jahrhundert aufgebaut. Nach seinem Tod entstand daraus 1848 der A. Schaaffhausen’sche Bankverein, die erste privatrechtliche Aktiengesellschaft im deutschen Bankwesen.
Historisches Archiv der Stadt Köln — stadt-koeln.de
Agfa Hauptaktionär & Mitglied im Aufsichtsrat Otto von Mendelssohn Bartholdy
Otto von Mendelssohn Bartholdy (Sohn des Agfa-Mitbegründers Paul) erbte ein beträchtliches Aktienpaket der Agfa (Actien-Gesellschaft für Anilin-Fabrikation). Er vertrat die familiären Interessen im Aufsichtsrat der Berliner Traditionsfirma bis zu deren Aufgehen in der I.G. Farben.
Deutsche Biographie (Otto von Mendelssohn Bartholdy) — deutsche-biographie.de
Agfa Gründer Carl Alexander von Martius
Der Chemiker Carl Alexander von Martius gründete 1867 gemeinsam mit Paul Mendelssohn Bartholdy (dem Älteren) die Betriebe an der Rummelsburger Bucht in Berlin, aus denen 1873 die weltbekannte Agfa hervorging. Er leitete das Unternehmen jahrzehntelang als technischer Direktor.
Agfa Gründer Paul Mendelssohn Bartholdy (der Ältere)
Der Chemiker Paul Mendelssohn Bartholdy (der Ältere) (ein Sohn des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy) war neben Martius der entscheidende kaufmännische und wissenschaftliche Kopf bei der Gründung und dem Aufbau der Agfa. Er verstarb früh im Jahr 1880, legte aber das Fundament für den Aufstieg zum Großkonzern.
Agfa Franz Oppenheim
28-jährig nahm Oppenheim eine Tätigkeit bei der Actien-Gesellschaft für Anilinfabrikation (Agfa) auf, um seinen erkrankten Schwager und Gründer der Fabrik Paul Mendelssohn Bartholdy zu vertreten. Mit dem Tod Mendelssohn Bartholdys trat Oppenheim dauerhaft in das Unternehmen ein und leitete mehrere Jahre den Rummelsburger Betrieb der Agfa, bevor er 1886 in deren Geschäftsleitung berufen wurde.

Vom Farbstoffbetrieb der Agfa in Berlin-Treptow ausgehend wurde mit den Fotoentwicklern Eikonogen und 1891 mit Rodinal der Grundstock für die spätere Fotoabteilung der Agfa gelegt. Das Sortiment der Abteilung wurde 1896 um Röntgenfotoplatten erweitert. 1909 kam es zur Gründung der Filmfabrik Wolfen, die die gesamte Aktivitäten der Agfa auf dem Fotosektor abdeckte.

Auf Grund der Arbeit mit Zellulose für die Unterlage des Films forcierte Oppenheim die Forschung zur Kunstseide, deren Produktion ein bedeutender Geschäftszweig der Agfa wurde. Die Gründung der Farbenfabrik Wolfen wird seinem Wirken zugeschrieben. Oppenheim war schon sehr früh an den ersten Fusionsverhandlungen in der deutschen chemischen Industrie beteiligt. 1916 gehörte er dem Gemeinschaftsrat der deutschen Teerfarbenfabriken an, ab 1925 war er Mitglied im Verwaltungs- und Aufsichtsrat der I.G. Farben AG.
Agfa Dreibund (ab 1904) Bayer AG
Die Interessen-Gemeinschaft wurde 1904 gegründet von

1. Agfa (Aktiengesellschaft für Anilinfabrikation Berlin)
2. BASF (Badische Anilin- und Sodafabrik Ludwigshafen)
3. Bayer (Farbenfabriken vorm. Friedrich Bayer & Co. Elberfeld)

Daher wurde sie auch Dreibund genannt. Die I.G. beschränkte sich zunächst auf Erfahrungsaustausch und Verzicht auf Konkurrenz durch gemeinsame Produkte. Vorbild dazu waren Trusts – Unternehmenszusammenschlüsse in den USA, z.B. Standard Oil. Trusts waren Zentralaktiengesellschaften, entstanden durch die Vereinigung mehrerer Aktiengesellschaften, die formell ihre Existenz behielten, tatsächlich jede Selbständigkeit verloren. Die Ausschaltung des Konkurrenzkampfes erlaubte Gewinnmaximierung und einfacheres Durchsetzen eigener Interessen.
WiKipedia [* muss spezifiziert werden *]
Agfa Zwangsarbeit Durchgangslager Westerbork
Das Durchgangslager Westerbork in den besetzten Niederlanden diente den Nationalsozialisten als zentrales Sammellager für die Deportation jüdischer Bürger in die Vernichtungslager. Im Jahr 1944 selektierte die SS dort eine Gruppe von rund 200 niederländischen Frauen (darunter viele politische Gefangene und Widerstandskämpferinnen) gezielt für den Arbeitseinsatz in der deutschen Rüstungsindustrie. Sie wurden direkt nach München verschleppt, um im dortigen Agfa-Kamerawerk Zwangsarbeit zu leisten.
Agfa Betreiber / Nutznießer der Zwangsarbeit KZ-Außenlager München (Agfa Kamerawerke)
Die Agfa (als Teil des I.G.-Farben-Konzerns) nutzte ab September 1944 das eigens eingerichtete KZ-Außenlager München (Agfa Kamerawerke) in München-Giesing. In einem unfertigen Wohnblock an der Weißenseestraße wurden rund 550 weibliche KZ-Häftlinge aus den Niederlanden und Osteuropa unter erbärmlichen Bedingungen interniert. Sie mussten im benachbarten Agfa-Werk kriegswichtige Zeitzünder für die Flugabwehr sowie Teile für die Fernraketen V1 und V2 montieren. Im Januar 1945 kam es dort zu einem historisch seltenen, mutigen Streik der inhaftierten Frauen gegen die Unterernährung.
Ammoniakwerk Merseburg (Leunawerke) Bauleiter, Initiator / Technischer Erbauer Carl Bosch
Das Ammoniakwerk Merseburg (die späteren Leunawerke) wurde während des Ersten Weltkriegs im Jahr 1916 als Großanlage für die Ammoniaksynthese gebaut. Der Chemiker und spätere I.G.-Farben-Vorstandsvorsitzende Carl Bosch war der maßgebliche Planer und Erbauer dieses Werks. Er setzte das von ihm miterfundene Haber-Bosch-Verfahren im industriellen Riesenmaßstab um, wodurch Deutschland von Rohstoffimporten für die Düngemittel- und Sprengstoffproduktion unabhängig wurde. Leuna entwickelte sich in der Folge zum größten Werk des Konzerns.
Ammoniakwerk Merseburg (Leunawerke) Tochtergesellschaft Buna-Werke
Das Ammoniakwerk Merseburg (Leunawerke) bildete das technologische und infrastrukturelle Rückgrat für die deutsche Synthese-Industrie der I.G. Farben. In den dortigen Laboratorien und Versuchsanlagen wurde die großtechnische Hydrierung (Kohleverflüssigung zu Treibstoffen) sowie die chemische Basis für den Synthesekautschuk entwickelt. Das in Leuna vorhandene Know-how, die Energieversorgung und die Großchemie-Infrastruktur machten den späteren Aufbau der spezialisierten, eigenständigen Buna-Werke (wie in Schkopau oder Auschwitz-Monowitz) zur Reifenversorgung der Wehrmacht überhaupt erst möglich.
: Wollheim Memorial (Synthetischer Kautschuk) — wollheim-memorial.de
Die Buna-Werke gehörten zum Ammoniakwerk Merseburg (Tochtergesellschaft)
WiKipedia [* muss spezifiziert werden *]
Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der I.G.Farben bis 1938 Otto von Mendelssohn Bartholdy
Otto von Mendelssohn Bartholdy wurde als Hauptaktionär der I.G. Farben 1938 mittels Folgeverordnungen zu den Nürnberger Rassegesetzen gezwungen, sein Aufsichtsratmandat niederzulegen.
Carl Bosch Aufsichtsratsvorsitzender (1935-1940) Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der I.G.Farben
Der Nobelpreisträger Carl Bosch (ehemals BASF) war von der Konzernfusion 1925 bis 1935 zunächst der erste Vorstandsvorsitzende der I.G. Farben. Nach dem Tod von Carl Duisberg im Jahr 1935 wechselte er an die Spitze des Kontrollgremiums und übernahm den Vorsitz des Verwaltungsrats (Aufsichtsrats). Bosch stand dem Nationalsozialismus zutiefst skeptisch gegenüber, verlor zunehmend an Einfluss und wurde schrittweise aus seinen Ämtern gedrängt, bis er 1940 verstarb.
Wollheim Memorial — wollheim-memorial.de
Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der I.G.Farben Vorsitzender der Aufsichtsrats (1926-1935) Carl Duisberg
Carl Duisberg (ehemals Generaldirektor von Bayer) gilt als der entscheidende Architekt der Großfusion zur I.G. Farben im Jahr 1925. Er übernahm folgerichtig als Erster den Vorsitz des Verwaltungsrats (Aufsichtsrats) und leitete zeitgleich dessen mächtigen Arbeitsausschuss. Duisberg prägte die strategische Ausrichtung des Weltkonzerns in der Weimarer Republik maßgeblich bis zu seinem Tod im März 1935.
Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der I.G.Farben 1926-1935 Mitglied des Aufsichtsrats Leo Gans
Der Frankfurter Großindustrielle, Chemiker und Mäzen Leo Gans (langjähriger Leiter von Cassella) wechselt im Zuge der Fusion der Chemieindustrie in das Kontrollgremium des neuen Riesenkonzerns. Er wurde aufgrund seines hohen Alters und seiner Verdienste als Ehrenmitglied in den Verwaltungsrat (Aufsichtsrat) berufen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Gans wegen seiner jüdischen Herkunft im Zuge der antisemitischen Ausgrenzungspolitik schrittweise aus all seinen Ämtern und der Öffentlichkeit gedrängt.
Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der I.G.Farben 1926–1932 (Ruhestand) Adolf Haeuser
Adolf Haeuser (auch Häuser geschrieben) war langjähriger Generaldirektor der Farbwerke Hoechst. Bei der Gründung der I.G. Farben Ende 1925 zog er in den Verwaltungsrat (Aufsichtsrat) ein und gehörte zudem dessen engerem Arbeitsausschuss an. Er vertrat dort die regionalen und industriellen Interessen der Hoechster Werke bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 1932.
Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der I.G.Farben 1926–1945 Wilhelm Ferdinand Kalle
Wilhelm Ferdinand Kalle leitete die Chemischen Fabriken Kalle & Co. AG in Wiesbaden-Biebrich und trieb deren Anschluss an die I.G. Farben voran. Er war von 1926 bis zum Kriegsende 1945 durchgehend Mitglied des Verwaltungsrats (Aufsichtsrats). Kalle war zudem politisch sehr aktiv (DVP-Reichstagsabgeordneter) und fungierte im Konzern oft als politischer Verbindungsmann in der Endphase der Weimarer Republik.
Hessische Biografie — lagis-hessen.de
Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der I.G.Farben 1926 – † 1929 Franz Oppenheim
Der Chemiker und Industrielle Franz Oppenheim war über Jahrzehnte die prägende Figur in der Leitung der Berliner Agfa. Nach dem Zusammenschluss zur I.G. Farben im Dezember 1925 brachte er sein fotochemisches Know-how ein und zog als Vertreter der Berliner Industriegruppe in den Verwaltungsrat (Aufsichtsrat) ein, dem er bis zu seinem Tod im Jahr 1929 angehörte.
Deutsche Biographie — deutsche-biographie.de
Theodor Plieninger Mitglied des Aufsichtsrats (1925–1930) Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der I.G.Farben
Theodor Plieninger war der Generaldirektor der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron. Da Griesheim-Elektron zu den Gründungsgesellschaften des neuen Riesenkonzerns zählte, zog Plieninger Ende 1925 direkt in den Verwaltungsrat (Aufsichtsrat) der I.G. Farben ein und vertrat dort die Interessen der elektrochemischen Produktionsstätten bis zu seinem Tod im Jahr 1930.
Deutsche Biographie — deutsche-biographie.de
Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der I.G.Farben 1926 – † 1940 Walther vom Rath
Der Jurist und Industrielle Walther vom Rath stammte aus der Führungsebene der Farbwerke Hoechst (vorm. Meister Lucius & Brüning). Bei der Gründung der I.G. Farben im Dezember 1925 übernahm er eine Schlüsselrolle im Kontrollgremium und wurde zum ersten stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats (Verwaltungsrats) ernannt, direkt hinter Carl Duisberg. Er behielt dieses Amt bis zum Umbruch nach Duisbergs Tod im Jahr 1935.
Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der I.G.Farben 1926–1932 Paul von Schnitzler
Der preußische Landgerichtsrat a. D. Paul von Schnitzler gehörte der einflussreichen Kölner Bankiers- und Industriellenfamilie Schnitzler an. Er wurde bei der Konsolidierung der Chemischen Industrie als Mitglied in den Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) gewählt, wo er bis 1932 verblieb. Er verknüpfte familiäre Wirtschaftskontakte mit dem Konzern; sein Sohn Georg von Schnitzler stieg parallel in den operativen Vorstand der I.G. Farben auf und wurde später in Nürnberg als Kriegsverbrecher verurteilt.
Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der I.G.Farben 1926– † 1938 Richard von Schnitzler
Der Geheime Kommerzienrat Richard von Schnitzler war der Bruder von Paul und Teilhaber des bedeutenden Kölner Privatbankhauses J. H. Stein. Er vertrat von 1926 bis zu seinem Tod im Jahr 1938 finanz- und chemiewirtschaftliche Interessen als Mitglied im Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der I.G. Farben. Durch seine familiäre Allianz mit dem Bankier Kurt Freiherr von Schröder (der Richards Tochter heiratete) bildete er eine entscheidende Schnittstelle zwischen dem Chemiekonzern und der einflussreichen rheinischen Bankenwelt.
Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der I.G.Farben 1926–1937 Otto von Steinmeister
Der ehemalige königlich-preußische Regierungspräsident in Köln und Wirklicher Geheimer Oberregierungsrat Otto von Steinmeister war eine klassische Persönlichkeit der staatlichen Verwaltungselite. Nach seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst zog er über seine Kontakte zu den Farbwerken Hoechst bei der Fusion 1925/26 als Mitglied in den Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der I.G. Farben ein. Er fungierte dort bis 1937 als politisch gut vernetzter Aufseher im sogenannten „Rat der Götter“.
Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der I.G.Farben 1926–1931 Max Moritz Warburg
Der Hamburger Bankier Max Moritz Warburg gehörte dem Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der Ende 1925 gegründeten I.G. Farbenindustrie AG von 1926 bis 1931 an.

Seine Berufung spiegelte die enge Verzahnung des neuen Chemie-Riesen mit den führenden deutschen Privatbanken in der Weimarer Republik wider.
Warburg verließ das Gremium im Zuge der turnusmäßigen Reduzierung und wirtschaftlichen Umstrukturierungen vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten.
Die Berufung von Max Warburg in den Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der I.G.Farben spiegelte die enge Verzahnung des neuen Chemie-Riesen mit den führenden deutschen Privatbanken in der Weimarer Republik wider.
Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der I.G.Farben 1926–1937 (Entlassung) Arthur von Weinberg
Von Weinberg war Opfer des Nationalsozialismus. Wegen seiner jüdischen Abstammung wurde er ab 1933 systematisch aus seinen Ämtern gedrängt und musste 1935 bzw. 1938 alle Positionen bei der I.G. Farben aufgeben. Seine Kunstsammlungen und Besitztümer wurden von den Nationalsozialisten „arisiert“ (erpresst). 1942 wurde er verhaftet und in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo er 1943 infolge der Haftbedingungen starb.
Quelle: Wollheim Memorial – Biografie Arthur von Weinberg & Frankfurter Personenlexikon
BASF SE Gründer Friedrich Engelhorn
Friedrich Engelhorn gründete die Badische Anilin- und Soda-Fabrik (BASF) im Jahr 1865 in Ludwigshafen.
BASF SE gehört zu Ammoniakwerk Merseburg (Leunawerke)
Das Ammoniakwerk Merseburg (besser bekannt als Leunawerke) wurde im Ersten Weltkrieg von der BASF aufgebaut. Bei der Entstehung der I.G. Farben 1925 wurde es zwar nicht mit fusioniert, blieb es über seine enge Bindung zur BASF das industrielle Herzstück des Gesamtkonzerns.
Die Leunawerke wurden als Teil von BASF gegründet
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In der NS-Zeit wurden die Leunawerke zum wichtigsten strategischen Lieferanten für die deutsche Wehrmacht. Durch das dort betriebene Haber-Bosch-Verfahren und die Kohleverflüssigung (Bergius-Pier-Verfahren) sicherte das Werk die deutsche Autarkie bei Treibstoffen (Leuna-Benzin) und synthetischem Stickstoff für Sprengstoffe. Hitler garantierte der I.G. Farben dafür bereits ab 1933 feste Abnahmepreise.

Während des Krieges wurden in Leuna tausende Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene unter mörderischen Bedingungen zur Produktion gezwungen.
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BASF SE Dreibund (ab 1904) Bayer AG
Die Interessen-Gemeinschaft wurde 1904 gegründet von

1. Agfa (Aktiengesellschaft für Anilinfabrikation Berlin)
2. BASF (Badische Anilin- und Sodafabrik Ludwigshafen)
3. Bayer (Farbenfabriken vorm. Friedrich Bayer & Co. Elberfeld)

Daher wurde sie auch Dreibund genannt. Die I.G. beschränkte sich zunächst auf Erfahrungsaustausch und Verzicht auf Konkurrenz durch gemeinsame Produkte. Vorbild dazu waren Trusts – Unternehmenszusammenschlüsse in den USA, z.B. Standard Oil. Trusts waren Zentralaktiengesellschaften, entstanden durch die Vereinigung mehrerer Aktiengesellschaften, die formell ihre Existenz behielten, tatsächlich jede Selbständigkeit verloren. Die Ausschaltung des Konkurrenzkampfes erlaubte Gewinnmaximierung und einfacheres Durchsetzen eigener Interessen.
Friedrich Bayer Gründer Bayer AG
Friedrich Bayer gründete das Unternehmen 1863 zusammen mit Johann Friedrich Weskott, indem sie die Generalpartnerschaft Friedr. Bayer et comp. ins Leben riefen.
Bayer AG Sohn des Firmengründers und Firmenchef Friedrich Bayer (junior)
Friedrich Bayer junior (1851–1920) war der Sohn des Gründers und leitete den Ausbau des Werks Leverkusen, das später zum Hauptsitz der Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co. wurde.
Bayer AG Generaldirektor, Vorstandsvorsitzender Carl Duisberg
Im Jahr 1888 wurde Duisberg Prokurist und Leiter der wissenschaftlichen Versuche bei Bayer. Zum zehn Jahre älteren Bayer-Geschäftsführer Friedrich Bayer, ebenfalls studierter Chemiker, entwickelte er eine enge Freundschaft. Duisberg hatte maßgeblichen Anteil an dem Entwurf und der Realisierung des Umzugs der Firma nach Leverkusen. Er wurde 1900 zum Direktor und Vorstandsmitglied berufen; als Bayer 1911 aus dem Vorstand ausschied, wurde Duisberg 1912 zum Generaldirektor und Vorstandsvorsitzenden der Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co. ernannt. Angeregt durch Reisen in die USA, bei denen er das Modell des Zusammenschlusses von Aktiengesellschaften zu einem Trust wie z. B. bei Standard Oil als höchst profitabel kennenlernte, verfasste er 1904 die Denkschrift über die Vereinigung der deutschen Farbenfabriken. Als treibende Kraft und geistiger Vater gehörte er somit 1916 zu den Gründern der Interessengemeinschaft Farben.
Bayer AG 1956-1964 Vorstandsvorsitzender Fritz ter Meer
Fritz ter Meer stammte aus einer Chemiker-Familie, die eng mit Bayer verbunden war. Ab 1925 war er Vorstandsmitglied der I.G. Farben und leitete dort die wichtige Sparte II (u.a. Kautschuk und Pharma).

Fritz ter Meer stammte aus einer Chemiker-Familie, die eng mit Bayer verbunden war. Ab 1925 war er Vorstandsmitglied der I.G. Farben und leitete dort die wichtige Sparte II (u.a. Kautschuk und Pharma).

Friedrich Weskott Gründer Bayer AG
Friedrich Weskott ist zusammen mit Friedrich Bayer Mitbegründer des heutigen Bayer-Konzerns und Pionier der Teerfarben.

Die Freundschaft mit Friedrich Bayer führt 1863 zur gemeinsamen Firmengründung, die unter dem Namen „Friedr. Bayer et comp.“ ins Handelsregister eingetragen wird.

In der schnell wachsenden „Compagnie“ – bereits 1867 zählt man 50 Arbeitnehmer – übernimmt Weskott vor allem die technische Leitung, während Bayer die kaufmännische Führung inne hat.

Bereits vor der eigentlichen Unternehmensgründung sind beide Kooperationspartner an der Herstellung und Erprobung der neuen synthetischen Farbstoffe beteiligt. Anilin und wenig später Fuchsin sollen schließlich die althergebrachten Naturfarbstoffe, wie sie auf dem Weskottschen Gelände hergestellt werden, an Strahlkraft und Reinheit übertreffen und diese bald vollständig vom Markt verdrängen. Mit diesen beginnt die Geschichte des wirtschaftlichen Erfolges des Bayer-Konzerns.
Emil von Behring Gründer Behring-Werk
Emil von Behring gründete die Behringwerke 1904 in Marburg als Laboratorium zur Herstellung von Serum und Impfstoffen.
Behring-Nachlass, Philipps-Universität Marburg.
Carl Siebert Mitbegründer Behring-Werk
Carl Siebert (1884–1961) war ein deutscher Mediziner und Pharma-Manager. Er trat früh in die Behringwerke ein und stieg dort in leitende Positionen auf.

Er schied 1921 aus der aktiven Geschäftsführung aus und saß danach bis zur Übernahme durch die I.G. Farben (1929) im Aufsichtsrat.
Cassella Farbwerke Mainkur Gründer Ludwig Aaron Gans
Ludwig Aaron Gans (1794–1871) war ein deutsch-jüdischer Unternehmer. Er trat 1820 in die Frankfurter Kolonialwaren- und Farbwarenhandlung Leopold Cassel & Co. ein, übernahm diese später und baute sie im 19. Jahrhundert zur Keimzelle der weltbekannten Leopold Cassella & Co. (später Cassella Farbwerke Mainkur in Frankfurt-Fechenheim) aus.
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Leo Gans leitet Cassella Farbwerke Mainkur
Leo Gans (1843–1935) war der Sohn von Ludwig Aaron Gans und ein Chemiker. Er leitete die Fabrik Cassella Mainkur über Jahrzehnte und machte sie zum weltweit größten Hersteller von synthetischen Farbstoffen. Mit der Konzernfusion im Jahr 1925 ging Cassella in der I.G. Farben auf; Gans wurde Ehrenmitglied des Aufsichtsrats der I.G. Farben.
Leo Gans war ein frühes Opfer des Nationalsozialismus. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft wurde der hochbetagte Ehrenbürger der Stadt Frankfurt ab 1933 systematisch aus der Öffentlichkeit und allen wirtschaftlichen Ämtern verdrängt. Sämtliche Ehrungen wurden ihm aberkannt. Er verstarb isoliert und gedemütigt im September 1935, kurz vor der Verkündung der Nürnberger Rassegesetze.
Cassella Farbwerke Mainkur Teilhaber Arthur von Weinberg
Arthur von Weinberg (1860–1943) war der Enkel von Ludwig Aaron Gans. Er trat 1882 in das Familienunternehmen Cassella ein und leitete dessen wissenschaftliche Abteilung. Unter seiner Führung fusionierte Cassella 1925 mit der I.G. Farben.
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Nach der NS-Machtergreifung wurde Arthur von Weinberg wegen seiner jüdischen Wurzeln gezwungen, all seine Aufsichtsratsmandate bei der I.G. Farben und die Leitung des Werks Cassella Mainkur abzugeben. Der I.G.-Farben-Konzern schützte seinen Mitbegründer nicht, sondern forcierte die „Arisierung“ seiner Anteile. Er wurde 1942 deportiert und starb 1943 im KZ Theresienstadt.
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Cassella Farbwerke Mainkur Teilhaber Carl von Weinberg
Carl von Weinberg verlor ab 1933 schrittweise alle Posten im I.G.-Farben-Konzern. Während der Novemberpogrome 1938 wurde sein herrschaftlicher Wohnsitz (Haus Waldfried) von den Nationalsozialisten verwüstet und geplündert. Unter extremem Druck musste er seinen gesamten verbleibenden Besitz und seine I.G.-Farben-Aktien weit unter Wert an den Staat bzw. den Konzern abtreten („Arisierung“). Er durfte 1939 mittellos nach Italien zu seiner Tochter flüchten, wo er 1943 verstarb.
Frankfurter Personenlexikon – Carl von Weinberg
Cassella Farbwerke Mainkur Zweibund, ab 1907 Dreibund mit Kalle Hoechst
1904 bildeten die Farbwerke Höchst mit den Cassella Farbwerken durch wechselseitige Kapitalverflechtungen und Lieferbeziehungen den Zweibund, der 1907 durch den Beitritt der Chemischen Fabrik Kalle in Biebrich zum Dreibund wurde.
Chemische Fabrik Griesheim-Elektron Theodor Plieninger
Theodor Plieninger (1856–1930) war ein einflussreicher deutscher Kaufmann und ab 1910 Generaldirektor (Vorstandsvorsitzender) der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron AG. Er war der maßgebliche Verhandlungsführer, der sein Unternehmen 1925 in die Großfusion der I.G. Farben einbrachte. Im Anschluss wechselte er in den Verwaltungsrat der I.G. Farben
Interessengemeinschaft der deutschen Teerfarbenfabriken Zusammenschluss Chemische Fabrik Griesheim-Elektron
Die Interessengemeinschaft der deutschen Teerfarbenfabriken (auch als Große I.G. bezeichnet) war ein am 2. Dezember 1925 vollzogener vertraglicher Zusammenschluss der führenden deutschen Chemieunternehmen. Die Chemische Fabrik Griesheim-Elektron gehörte neben der BASF, Bayer, Hoechst, Weiler-ter Meer, Cassella und Kalle zu den Gründungsmitgliedern. Aus dieser Interessengemeinschaft ging unmittelbar die I.G. Farbenindustrie AG hervor.
Chemische Fabrik Kalle Gründer Wilhelm Kalle
Dr. Wilhelm Kalle gründete am 8. August 1863 die Chemische Fabrik Kalle & Co. im damals wohlhabenden Biebrich am Rhein (heute Wiesbaden-Biebrich). Das Unternehmen startete als kleiner Teerfarbenhersteller mit nur drei Arbeitern und wuchs rasch zu einem international exportierenden Großbetrieb heran.
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Chemische Fabrik Kalle Generaldirektor Wilhelm Ferdinand Kalle
Wilhelm Ferdinand Kalle (1870–1954) war der Sohn des Gründers. Er übernahm 1904 die Leitung der Chemischen Fabrik Kalle als Generaldirektor. Nach der Eingliederung in die I.G. Farben im Jahr 1925/26 wechselte er in deren Verwaltungsrat und wurde Aufsichtsratsvorsitzender der Konzerntochter Kalle. Nebenbei war er als Politiker der Deutschen Volkspartei (DVP) im Reichstag aktiv.
Chemische Fabrik Kalle Dreibund (Hoechst,Kalle und Cassella) Hoechst
Eingliederung der Kalle AG i Hoechst 1972.
1904 bildeten die Farbwerke Höchst mit den Cassella Farbwerken durch wechselseitige Kapitalverflechtungen und Lieferbeziehungen den Zweibund, der 1907 durch den Beitritt der Chemischen Fabrik Kalle in Biebrich zum Dreibund wurde.
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Deutsche Bank Mitglied im Gründungskomitee Adolph vom Rath
Adolph vom Rath gehörte als Vertreter des Kölner Bankhauses Deichmann & Co. im Jahr 1869/1870 zu dem Gründungskomitee, das die Deutsche Bank ins Leben rief. Die Bank wurde mit dem Ziel gegründet, den deutschen Außenhandel unabhängig von englischen Kreditinstituten zu machen.
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Adolph vom Rath gehörte dem Kontrollgremium der Bank seit der Gründung im Jahr 1870 an und übernahm 1889 den Vorsitz des Aufsichtsrats. Diese Spitzenposition behielt er bis zu seinem Tod bei.
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Deutsche Bank Vorstand Oscar Wassermann
Von 1912 bis 1933 gehörte Oscar Wassermann dem Vorstand der Deutschen Bank an, als dessen Sprecher er von 1923 bis 1933 fungierte.

1933 wurde er aus antisemitischen Gründen aus den Vorständen entlassen.
Deutsche Bank Deichmann & Co.
Deichmann & Co. war eine der Gründungsbanken der Deutschen Bank AG
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Dr. E. ter Meer & Cie Fritz ter Meer
Die Teerfarbenfabrik Dr. E. ter Meer & Cie in Uerdingen wurde von Dr. Edmund ter Meer gegründet. Sein Sohn, Fritz ter Meer, trat nach seinem Chemiestudium in das väterliche Unternehmen ein und stieg dort schnell in die Leitung auf. Er führte die Verhandlungen, die 1925 zur Fusion des Familienbetriebs in den I.G. Farben-Konzern führten.
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Über das väterliche Unternehmen sicherte sich ter Meer seinen Platz im Gründungsvorstand der I.G. Farben. In der NS-Zeit verantwortete er als Leiter der Sparte II den Bau des KZ Auschwitz-Monowitz (I.G. Auschwitz) und die dortige Sklavenarbeit, bei der ca. 30.000 Menschen starben. Im Nürnberger I.G.-Farben-Prozess wurde er 1948 zu sieben Jahren Haft verurteilt.
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Hoechst Adolf Haeuser
Adolf Haeuser (1857–1938) war ein deutscher Jurist und langjähriger Generaldirektor der Farbwerke vorm. Meister Lucius & Brüning (Hoechst). Er trieb den Zusammenschluss der deutschen Chemieindustrie maßgeblich voran und wechselte nach der Gründung der I.G. Farben 1925 in deren Verwaltungsrat.
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Interessengemeinschaft der deutschen Teerfarbenfabriken Zusammenschluss Hoechst
Die Farbwerke Hoechst waren neben der BASF und Bayer einer der drei dominierenden „Anilin-Konzerne“ in Deutschland. Im Dezember 1925 schloss sich Hoechst vertraglich mit den anderen Großunternehmen zur Interessengemeinschaft der deutschen Teerfarbenfabriken zusammen, woraus die I.G. Farbenindustrie AG entstand.
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Joachim Mrugowsky Leiter Hygiene-Institut der Waffen-SS
Mrugowsky war die zentrale Schnittstelle bei der Planung, Durchführung und Auswertung von tödlichen Menschenversuchen an KZ-Häftlingen (u.a. in Buchenwald und Sachsenhausen). Er orderte bei I.G.-Farben-Töchtern (wie den Behringwerken) experimentelle Impfstoffe gegen Fleckfieber, Gasbrand und Flecktyphus, die Häftlingen zwangsweise injiziert wurden.

Mrugowsky wurde im Nürnberger Ärzteprozess 1947 zum Tode verurteilt und 1948 hingerichtet.
Nürnberger Dokumente / Veröffentlichungen des Ärzteprozesses sowie Chronologie der Fleckfieberversuche im KZ Buchenwald (Kontext Kooperation SS/I.G. Farben).
I.G. Farben Aufgrund Arisierung 1933 aus Unternehmen gedrängt Paul Mendelssohn Bartholdy (der Jüngere)
Paul Mendelssohn Bartholdy war ein prominentes Opfer der Nationalsozialisten innerhalb der Konzernführung. Wegen seiner jüdischen Herkunft (er entstammte der berühmten Bankiers- und Musikerfamilie) wurde er direkt nach der Machtergreifung 1933 massiv unter Druck gesetzt. Die I.G. Farben entließ ihn aus dem Vorstand. Er musste all seine Ämter abgeben und seine Firmenanteile im Zuge der rassistischen „Arisierung“ weit unter Wert verkaufen. Er überlebte die NS-Zeit im Abseits.
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I.G. Farben Fusion (1925) Agfa
Die Actien-Gesellschaft für Anilin-Fabrikation (Agfa) war 1925 ein Gründungsmitglied der I.G. Farben und bildete dort im Wesentlichen die Sparte III (Photochemie) mit den Hauptwerken in Wolfen und Leverkusen.
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Die Agfa war tief in die Kriegsverbrechen des Konzerns verstrickt. Neben kriegswichtigen Filmen und Spezialchemikalien für die Wehrmacht bebaute und betrieb die Agfa im Werk Wolfen eigene Zwangsarbeiterlager.

Das Agfa-Kamerawerk in München unterhielt zudem ab 1944 ein eigenes Außenlager des Konzentrationslagers Dachau (Agfa-Kommando), in dem hunderte weibliche KZ-Häftlinge unter brutalsten Bedingungen zur Produktion von Zeitzündern für die Rüstungsindustrie gezwungen wurden.
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I.G. Farben Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) der I.G.Farben
Der Aufsichtsrat (zu Beginn oft auch als Verwaltungsrat bezeichnet) war das nominelle Kontrollorgan der I.G. Farbenindustrie AG. Ihm gehörten die ehemaligen Spitzenmanager und Eigentümer der Gründungsfirmen an.
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Der Aufsichtsrat der I.G.Farben vollzog die vollständige ideologische und wirtschaftliche Gleichschaltung des Konzerns. Ab 1933 wurden alle jüdischen Mitglieder (wie Leo Gans, Arthur und Carl von Weinberg) skrupellos aus dem Aufsichtsrat gedrängt, um dem NS-Regime zu gefallen. In den Folgejahren segnete der Aufsichtsrat die strategische Ausrichtung auf Hitlers Vierjahresplan zur Kriegsvorbereitung und die Finanzierung von NS-Organisationen ab. Viele Mitglieder wurden im Nürnberger I.G.-Farben-Prozess (Fall 6) wegen der Mitverantwortung für die Versklavung von KZ-Häftlingen angeklagt.
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I.G. Farben Fusion (1925) BASF SE
Andauernde politische Unruhen, Reparationsverpflichtungen und Demontagen, Kohlemangel und Transportprobleme, die französische Besetzung des linken Rheinufers sowie die Errichtung einer Zollgrenze am Rhein verhindern nach Kriegsende zunächst noch die wirtschaftliche Erholung von BASF. Vertreter der chemischen Großindustrie nehmen Gespräche miteinander auf, um die bereits seit 1916 bestehende lockere Zusammenarbeit zu intensivieren. Die notwendige Rationalisierung von Fabrikation und Verkauf soll gemeinsam durchgeführt werden. So entsteht 1925 durch Fusion von BASF mit fünf weiteren Firmen (darunter Hoechst und Bayer) die I.G. Farbenindustrie AG (I.G. Farben). Der Sitz der Gesellschaft wird nach Frankfurt verlegt. BASF existiert nicht länger als selbständiges Unternehmen. Die Werke Ludwigshafen und Oppau bilden nunmehr den wesentlichen Teil der Betriebsgemeinschaft Oberrhein, eine der ursprünglich vier Betriebsgemeinschaften innerhalb der I.G. Farben.
I.G. Farben war Teil der Bayer AG
Nach der Stabilisierung der Weltwirtschaft Mitte der 1920er Jahre wird klar, dass die deutsche Farbstoffindustrie ihre alte Stellung auf dem Weltmarkt nicht wiedergewinnen kann. Um wettbewerbsfähig zu bleiben und neue Märkte zu gewinnen, entschließen sich sechs deutsche Unternehmen 1925 zum Zusammenschluss in der Interessengemeinschaft Farbenindustrie AG, oder kurz: I.G. Farben. Genau wie die anderen Firmen überträgt Bayer sein Vermögen auf die I.G. Farben und wird als eigenständiges Unternehmen im Handelsregister gelöscht.

Zur Betriebsgemeinschaft Niederrhein der I.G. gehört neben den Werken Leverkusen, Dormagen und Elberfeld auch das Werk Uerdingen. Leverkusen wird außerdem zum Standort der Verkaufsgemeinschaft Pharma der I.G. - mit dem Bayer-Kreuz als Markenzeichen.
I.G. Farben Übernahme 1929 Behring-Werk
1929 kam es zur Übernahme der Behringwerke durch die I.G. Farbenindustrie.
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Buna-Werke errichtet 1936 I.G. Farben
Die Buna-Werke wurden von der I.G. Farben zur Herstellung von synthetischem Kautschuk (Buna) gegründet, da das Deutsche Reich im Zuge der Autarkiepolitik vom Import von Naturkautschuk unabhängig werden sollte. Neben Werken in Schkopau und Hüls entstand ab 1941 das berüchtigtste Werk in Auschwitz-Monowitz (Buna-Werke Auschwitz / I.G. Auschwitz).
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I.G. Farben Fusion (1925) Cassella Farbwerke Mainkur
Die in Frankfurt-Fechenheim ansässige Leopold Cassella & Co. G.m.b.H. war 1925 eines der Gründungsmitglieder der I.G. Farben. Sie bildete innerhalb des Konzerns einen wichtigen Stützpunkt für die Produktion von Textilhilfsmitteln und Farbstoffen.
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An den Cassella Farbwerken Mainkur zeigte sich die skrupellose Verfolgung jüdischer Mitbegründer. Obwohl die jüdischen Familien Gans und von Weinberg das Unternehmen groß gemacht und in die I.G. Farben eingebracht hatten, unternahm der Konzern ab 1933 nichts, um sie zu schützen. Im Gegenteil: Die I.G. Farben forcierte die „Arisierung“ des Werks.

Arthur und Carl von Weinberg wurden aus allen Ämtern gedrängt und enteignet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Cassella-Werk komplett in die Kriegsproduktion eingegliedert und beutete hunderte ausländische Zwangsarbeiter aus.
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I.G. Farben Fusion (1925) Chemische Fabrik Griesheim-Elektron
Die Chemische Fabrik Griesheim-Elektron ging 1925 vollständig in der I.G. Farben auf. Ihre Produktionsstätten (insbesondere in Bitterfeld und Frankfurt-Griesheim) besaßen wegweisende Technologien in der Elektrochemie sowie in der Aluminium- und Magnesiumherstellung.
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I.G. Farben Fusion (1925) Chemische Fabrik Kalle
Unter dem Dach der I.G. Farben produzierte Kalle kriegswichtige Verpackungsmaterialien, Isolierungen für die Nachrichtentechnik der Wehrmacht und technische Papiere für Konstruktionspläne. Für die Aufrechterhaltung der Produktion im Krieg wurden im Werk Biebrich Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus Osteuropa eingesetzt, die in Barackenlagern unter strenger Bewachung leben mussten.
Stadtgeschichte Wiesbaden – Wirtschaft im Nationalsozialismus sowie Wollheim Memorial – Struktur der I.G. Farben.
Die Chemische Fabrik Kalle & Co. AG in Wiesbaden-Biebrich wurde 1925/26 als Tochtergesellschaft in den I.G.-Farben-Konzern eingegliedert. Sie war vor allem für die Erfindung und Produktion von Cellophan-Folien und Fotokopierpapieren (Ozalid) bekannt.
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I.G. Farben Fusion (1925) Dr. E. ter Meer & Cie
Die rheinische Farbenfabrik Dr. E. ter Meer & Cie in Uerdingen fusionierte 1925 in die I.G. Farben. Sie wurde organisatorisch der Betriebsgemeinschaft „Unterer Rhein“ (zusammen mit Bayer Leverkusen) zugeordnet.
I.G. Farben Fusion (1925) Hoechst
Die Farbwerke vorm. Meister Lucius & Brüning in Frankfurt-Höchst waren eines der drei mächtigen Fundamente bei der Gründung der I.G. Farben im Jahr 1925. Höchst wurde zum Hauptsitz der werksübergreifenden Konzern-Betriebsgemeinschaft „Maingau“.
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Hoechst war direkt in Rüstung, Sklavenarbeit und tödliche Menschenversuche verstrickt. Das Werk stellte unter anderem Sprengstoffvorprodukte und Arzneimittel für die Wehrmacht her. In den Höchster Fabriken mussten über 3.000 Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge arbeiten. Zudem war das Werk Höchst eng mit seiner Tochtergesellschaft, den Behringwerken, verzahnt: Von dort aus wurden Chemikalien und Präparate für die medizinischen Menschenversuche an Häftlingen im KZ Buchenwald koordiniert.

Im Nürnberger I.G.-Farben-Prozess standen mehrere Höchster Spitzenmanager (wie Carl Lautenschläger) vor Gericht.
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Die I.G.-Farben ließ in Konzentrationslagern zwischen 1933 und 1945 diverse Menschenversuche durchführen.
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Sparte III (Fotochemie) I.G. Farben
Bei der Gründung der I.G. Farben wurde das riesige Produktionsnetzwerk in thematische Sparten unterteilt. Die Sparte III war für den Bereich Fotochemie, Kunstfasern und Spezialpapiere zuständig. Das unumstrittene Herzstück dieser Sparte war die Agfa mit ihren Werken in Wolfen (Filmfabrik) und Leverkusen. Geleitet wurde die Sparte über Jahre hinweg vom Vorstand Fritz Gajewski.
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I.G. Farben Vorstandsmitglieder I.G. Farben
Der Vorstand der I.G. Farbenindustrie AG war das eigentliche operative und strategische Führungsorgan des Konzerns. Während der Aufsichtsrat eher kontrollierende und repräsentative Aufgaben hatte, lag die tägliche Leitung bei den Vorstandsmitgliedern.
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Interessengemeinschaft der deutschen Teerfarbenfabriken Zusammenschluss Chemische Fabrik Kalle
Durch die Aufgabe ihrer wirtschaftlichen Selbstständigkeit im Jahr 1925 wurde die Fabrik Kalle zu einem Rädchen im Getriebe des späteren Chemie-Monopols I.G. Farben. In der NS-Zeit wurde das Werk Biebrich komplett gleichgeschaltet, verlor jegliche jüdische Aktionäre und produzierte unter Einsatz osteuropäischer Zwangsarbeiter kriegswichtige Isolier- und Verpackungsstoffe für die Wehrmacht.
Stadtgeschichte Wiesbaden – Industrie im Nationalsozialismus & Chemie.de-Lexikon zur Geschichte der I.G. Farben.
Die Chemische Fabrik Kalle & Co. AG aus Wiesbaden-Biebrich gehörte im Herbst 1925 zu den mittelgroßen Chemieunternehmen, die den Fusionsvertrag zur Gründung der Interessengemeinschaft der deutschen Teerfarbenfabriken unterzeichneten. Aus dieser vertraglichen Gemeinschaft entstand im Dezember 1925 durch die rechtliche Verschmelzung die I.G. Farbenindustrie AG.
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Interessengemeinschaft der deutschen Teerfarbenfabriken Zusammenschluss Dr. E. ter Meer & Cie
Die in Uerdingen ansässige Teerfarbenfabrik Dr. E. ter Meer & Cie war im Jahr 1925 ein aktiver Akteur und Unterzeichner bei der Gründung der Interessengemeinschaft der deutschen Teerfarbenfabriken. Das Uerdinger Traditionsunternehmen ging damit vollständig im neu geschaffenen I.G.-Farben-Konzern auf.
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KZ Auschwitz III Monowitz an Planung beteilgt Fritz ter Meer
Fritz ter Meer war an der Planung des Konzentrationslagers Monowitz beteiligt, einem Außenlager des KZ Auschwitz
KZ Auschwitz III Monowitz Buna-Werke
Im Zweiten Weltkrieg lässt die I.G. Farben ab 1941 in unmittelbarer Nähe zum Konzentrationslager Auschwitz eine chemische Fabrik zur Produktion von Buna errichten, einem für die Kriegswirtschaft wichtigen synthetischen Kautschuk. Neben deutschen Fachkräften setzt das Unternehmen für den Bau der Anlage tausende Häftlinge aus dem KZ Auschwitz ein. Dazu kommen Kriegsgefangene sowie Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus ganz Europa. Um die Arbeitskräfte auf der damals größten Baustelle des ”Dritten Reiches” unterzubringen, errichtet der I.G. Farben-Konzern ab 1942 in Zusammenarbeit mit dem NS-Regime das firmeneigene KZ Buna-Monowitz.

Durch die unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen kommen dort massenhaft Menschen zu Tode oder werden in den nahegelegenen Gaskammern in Auschwitz-Birkenau ermordet, sobald sie nicht mehr arbeitsfähig sind. Die Lebenserwartung der Insassen liegt bei weniger als vier Monaten und über 25.000 Menschen sterben allein auf der Baustelle.
Die I.G. Farben investierte rund 900 Millionen Reichsmark in den Standort Auschwitz, um von der unbegrenzten Verfügbarkeit von Häftlingen des nahegelegenen Konzentrationslagers zu profitieren.

Für den Bau und Betrieb der Buna-Werke errichtete der Konzern das firmeneigene KZ-Außenlager Monowitz. Über 30.000 Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge starben dort durch die gezielte „Vernichtung durch Arbeit“, Erschöpfung, Misshandlungen oder den anschließenden Abtransport in die Gaskammern von Birkenau.
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KZ Buchenwald Zwangsarbeit, Menschenversuche Behring-Werk
Die Marburger Behringwerke (zu dieser Zeit ein Zweigbetrieb der I.G. Farben) kooperierten in den 1940er Jahren eng mit der SS-Führung des Konzentrationslagers Buchenwald. Ziel der Zusammenarbeit war die großflächige Erprobung neu entwickelter Impfstoffe und Heilseren – insbesondere gegen das kriegswichtige Fleckfieber, aber auch gegen Gasbrand, Diphtherie und Typhus.
Es ist historisch zweifelsfrei belegt, dass leitende Mitarbeiter und die Betriebsführung der Behringwerke (wie Dr. Albert Demnitz) aktiv in die Organisation der Experimente an KZ-Häftlingen eingebunden waren und von den tödlichen Bedingungen wussten. [https://www.uni-marburg.de/de/fb06/aktuelles/termine/medizinische-experimente]

Das Marburger Unternehmen schickte regelmäßig Versuchspräparate und Ampullen direkt nach Buchenwald, um sie dort an wehrlosen Menschen testen zu lassen. Im Gegenzug erhielt das Werk detaillierte Sektionsberichte und medizinische Daten der sterbenden oder gezielt getöteten Häftlinge, um die eigenen Produkte zu optimieren.
Im Konzentrationslager Buchenwald wurde ab Januar 1942 eine permanente Station für medizinische Menschenversuche eingerichtet. Das Zentrum dieser Verbrechen befand sich in Block 46 (einer isolierten und umzäunten Steinbaracke) sowie ab 1943 in Block 50, wo die „Abteilung für Fleckfieber- und Virusforschung“ des Hygiene-Instituts der Waffen-SS untergebracht war. Die Versuche wurden maßgeblich vom SS-Arzt Erwin Ding-Schuler geleitet.
Bei den Versuchsreihen wurden über tausend Häftlinge als lebende Versuchsobjekte missbraucht. Den Häftlingen wurden tödliche Krankheitserreger künstlich injiziert, um danach die Wirksamkeit von Impfstoffen verschiedener Hersteller (darunter die der Behringwerke oder des Robert Koch-Instituts) zu prüfen. Hunderte Menschen starben unter qualvollsten Bedingungen direkt an den Infektionen oder den toxischen Nebenwirkungen der Test-Präparate. Wer die Versuchsreihen überlebte, wurde oft im Anschluss ermordet, um Platz für neue Testgruppen zu schaffen. Diese Verbrechen waren zentraler Bestandteil des Nürnberger Ärzteprozesses.
Hans Loritz 04/1936-12/1939 Lagerkommandant KZ Dachau
Ab April 1936 war Loritz Lagerkommandant und SS-Standortführer in Dachau, was eine große Machtfülle bedeutete. Er drängte seine Untergebenen zur „Härte“ gegenüber den Häftlingen und verankerte brutale Strafen wie das „Pfahlhängen“ in der Lagerordnung.
Unter der Leitung von Ärzten wie Sigmund Rascher und Claus Schilling wurden Häftlinge für lebensbedrohliche Versuchsreihen missbraucht. Zu den berüchtigtsten gehörten die Unterdruck- und Unterkühlungsversuche (um das Überleben von abgestürzten Piloten im Meer zu simulieren) sowie großflächige Malaria-Experimente. Hunderte wehrlose Opfer wurden künstlich mit Malaria infiziert, um experimentelle Medikamente zu testen. Ein Großteil der Häftlinge starb während der Versuche unter extremen Qualen oder erlitt bleibende Schäden.
Dokumentation der KZ-Gedenkstätte Dachau und Akten zum Nürnberger Ärzteprozess.
Das Konzentrationslager Dachau war ab 1942 Schauplatz weitreichender und systematischer medizinischer Menschenversuche. Koordiniert wurden diese oft von der Luftwaffe und den SS-eigenen Forschungseinrichtungen (wie der Forschungsgemeinschaft „Ahnenerbe“).
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KZ Dachau erstes permanentes Konzentrationslager NS-Staat
Dachau diente dem NS-Regime als Blaupause und Ausbildungsstätte für das gesamte spätere KZ-System. Der dortige Kommandant Theodor Eicke entwickelte die „Dachauer Schule“ – ein brutales Reglement aus absolutem Gehorsam, Terror und systematischer Entmenschlichung der Häftlinge, das auf alle anderen Lager (wie Auschwitz, Buchenwald, Sachsenhausen) übertragen wurde. Zudem war es das zentrale Instrument des NS-Staates zur politischen Gleichschaltung und zur Ausschaltung von Regimegegnern, Juden, Sinti und Roma sowie Geistlichen.
Deutsches Historisches Museum (DHM) – Das Konzentrationslager Dachau
Das im März 1933 errichtete KZ Dachau war das erste permanente Konzentrationslager des NS-Staates. Es unterstand direkt dem Reichsführer SS (Heinrich Himmler) bzw. der Inspektion der Konzentrationslager (IKL).
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KZ Mauthausen Heinz Baumkötter
Heinz Baumkötter (1912–2001) war ein deutscher SS-Hauptsturmführer und Mediziner. Seine aktive Laufbahn als Lagerarzt in den Konzentrationslagern begann im November 1941 im österreichischen KZ Mauthausen.
Obwohl Baumkötter später vor allem als Erster Lagerarzt im KZ Sachsenhausen (wo er Häftlinge für Tuberkulose- und Kampfstoffversuche missbrauchte) berüchtigt wurde, begann seine aktive Beteiligung am Vernichtungssystem in Mauthausen. Als Lagerarzt selektierte er Häftlinge, verweigerte medizinische Hilfe und überwachte den brutalen Alltag im Lager, bei dem tausende Menschen im dortigen Steinbruch zu Tode geschunden wurden. Er wurde nach dem Krieg im Sachsenhausen-Prozess (1947) von einem sowjetischen Militärtribunal und später in Westdeutschland (1962) zu Haftstrafen verurteilt. Skandalöserweise arbeitete er später unter anderem als wissenschaftlicher Mitarbeiter für die Firma Grünenthal.
KZ Sachsenhausen 04/1940-09/1942 Lagerkommandant Hans Loritz
Im Dezember 1939 übernahm Loretz zunächst kommissarisch die Führung im KZ Sachsenhausen, im März 1940 wurde er regulärer Lagerkommandant. Auch hier trug er zur Eskalation des NS-Terrors bei, wirkte bei Massenmordaktionen mit. Loritz schaltete sich in die Auswahl der arbeitsunfähigen Gefangenen ein, die im Juni 1941 in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein ermordet wurden, und organisierte im selben Jahr die Erschießung von über 10.000 sowjetischen Kriegsgefangenen in einer „Genickschussanlage“.
KZ Dachau Außenstelle KZ-Außenlager München (Agfa Kamerawerke)
Diese Verbindung dokumentiert das enge Ineinandergreifen von SS-Terror und privater Rüstungsindustrie (Sparte III der I.G. Farben). Die SS stellte dem Agfa-Werk in München-Giesing rund 500 weibliche KZ-Häftlinge – überwiegend Polinnen, Russinnen und Französinnen aus dem Hauptlager Dachau – als Sklavenarbeiterinnen zur Verfügung [wollheim-memorial.de]. Die Frauen mussten unter brutalen Bedingungen im Schichtbetrieb Zeitzünder für die Rüstungsproduktion sowie Kamerateile für die Wehrmacht montieren. Kranke oder arbeitsunfähige Frauen wurden ins Hauptlager Dachau zurücktransportiert, was oft deren Tod bedeutete.
Wollheim Memorial – Die organisatorische Struktur der I.G. Farben sowie die Ausstellungsdatenbank der KZ-Gedenkstätte Dachau zum Außenlager-System.
Das KZ-Außenlager München-Giesing (Agfa Kamerawerk) war ein im September 1944 errichtetes Außenlager, das organisatorisch und logistisch direkt dem KZ Dachau unterstellt war.
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Leopold Cassella & Co Zusammenschluss Interessengemeinschaft der deutschen Teerfarbenfabriken
Die Leopold Cassella & Co. G.m.b.H. (mit Sitz in Frankfurt-Fechenheim) war im Herbst 1925 einer der vertraglichen Hauptpartner beim Zusammenschluss der deutschen Großchemie zur Interessengemeinschaft der deutschen Teerfarbenfabriken. Durch diese rechtliche Verschmelzung ging das Traditionsunternehmen im Dezember 1925 vollständig im neuen Großkonzern I.G. Farbenindustrie AG auf.
Diese Verbindung stellt das organisatorische Fundament dar, über das die Werke von Cassella in die spätere NS-Kriegswirtschaft eingegliedert wurden. Mit dem Aufgehen in die Interessengemeinschaft verlor das Unternehmen schrittweise seine Eigenständigkeit. In der NS-Zeit nutzte der I.G.-Farben-Konzern diese Struktur, um die jüdischen Eigentümerfamilien (Gans und von Weinberg) im Zuge der rassistischen „Arisierung“ skrupellos aus dem Unternehmen zu drängen und zu enteignen, während die Fabriken selbst auf Kriegsproduktion umgestellt wurden.
Wollheim Memorial – Schauplätze: Frankfurt-Fechenheim (Cassella) sowie Frankfurter Personenlexikon – Familie von Weinberg.
Das Hygiene-Institut der Waffen-SS war unter anderem für die Experimente an Menschen in Konzentrationslagern, aber auch für zahlreiche weitere inhumane Untersuchungen verantwortlich.
Das österreichische Konzentrationslager Mauthausen (sowie sein Außenlager Gusen) war Schauplatz extrem brutaler, oft tödlicher Versuchsreihen an Häftlingen. Die Versuche wurden von SS-Ärzten wie Eduard Krebsbach, Aribert Heim („Dr. Tod“) und Heinz Baumkötter koordiniert.
In Mauthausen wurden Häftlinge systematisch als Versuchsobjekte missbraucht. Berüchtigt sind die Injektionsversuche mit Benzin, Phenol oder Herzwirksamen Giften direkt in den Herzmuskel, um die Geschwindigkeit des Todeseintritts zu erforschen. Zudem wurden chirurgische Operationen (z. B. Organentnahmen) ohne jegliche Betäubung durchgeführt, um die Reaktionen des menschlichen Körpers und Operationsmethoden für die Waffen-SS zu erproben. Nahezu alle Testopfer starben oder wurden nach den Versuchen gezielt ermordet.
Archivbestände der KZ-Gedenkstätte Mauthausen und Dokumentation zu den Menschenversuchen in KZs.
NS-Staat führt zu Ernennung Hitlers zum Reichskanzler
Die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 durch Reichspräsident Paul von Hindenburg markiert das offizielle Ende der Weimarer Republik und den Beginn der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland.
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NS-Staat Hygiene-Institut der Waffen-SS
Das Hygiene-Institut der Waffen-SS in Berlin unterstand direkt dem Sanitätswesen der SS. Geleitet wurde es von dem fanatischen Rassenideologen und SS-Oberführer Joachim Mrugowsky.
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Agfa Fundament der Sparte III Sparte III (Fotochemie)
Innerhalb der dezentralen Konzernorganisation der I.G. Farben bildete die Agfa (mit ihren Hauptstandorten Wolfen und Leverkusen) das absolute Fundament der Sparte III (Fotochemie und Kunstfasern)
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Das Agfa-Produktionsnetzwerk wurde lückenlos in die NS-Kriegswirtschaft eingegliedert. Die Konzernleitung nutzte die Infrastruktur der Sparte III, um im Agfa-Werk Wolfen unter brutalem Einsatz tausender Zwangsarbeiter Spezialfilme für die Luftaufklärung der Wehrmacht zu produzieren. Zudem wurde über diese Sparte die Logistik für das KZ-Außenlager München (Agfa Kamerawerke) gesteuert, wo Häftlinge aus Dachau Zünder für Fliegerbomben herstellen mussten.
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Vorstandsmitglieder I.G. Farben 1934–1945, Benzin-Synthese IG Auschwitz Heinrich Bütefisch
Heinrich Bütefisch (1894–1969) war ein hochrangiger Chemiker, ab 1938 Vorstandsmitglied der I.G. Farben und Leiter der Treibstoff-Produktion in den Leunawerken. Er war Wehrwirtschaftsführer, Obersturmbannführer der SS und Mitglied im „Freundeskreis Reichsführer SS“ (Heinrich Himmler).
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Vorstandsmitglieder I.G. Farben 1938–1945 Paul Häfliger
Paul Häfliger (1886–1950) war ein Schweizer Chemiker und ab 1926 Vorstandsmitglied der I.G. Farben. Er leitete die wichtige Verkaufsabteilung für Chemikalien und Metalle (Sparte I) und war für die internationalen Beziehungen des Konzerns zuständig.
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Vorstandsmitglieder I.G. Farben 1931–1945 Heinrich Hörlein
Heinrich Hörlein (1882–1954) war Mediziner, Chemiker und ab 1926 Vorstandsmitglied der I.G. Farben. Er leitete die gesamte pharmazeutische Forschung des Konzerns in Elberfeld (Bayer) und war zeitgleich Aufsichtsratsvorsitzender der Behringwerke in Marburg.
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Vorstandsmitglieder I.G. Farben 1938-1945 Max Ilgner
Max Ilgner (1899–1966) war ab 1934 Vorstandsmitglied und leitete die berüchtigte „Berlin NW 7“-Abteilung der I.G. Farben. Diese Abteilung fungierte als hauseigener Geheimdienst des Konzerns, sammelte weltweit Wirtschaftsspionage-Daten und arbeitete Hand in Hand mit der Wehrmacht und der Gestapo.
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Vorstandsmitglieder I.G. Farben 1938-1945 Friedrich Jähne
Friedrich Jähne (1879–1965) war Ingenieur, ab 1934 Vorstandsmitglied der I.G. Farben und Leiter der Betriebsgemeinschaft „Mittelrhein“ (u.a. Werk Hoechst). Er war Wehrwirtschaftsführer und Träger des Kriegsverdienstkreuzes.
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Vorstandsmitglieder I.G. Farben 1926-1945 Hans Kühne
Hans Kühne (1880–1969) war Chemiker und ab 1926 Vorstandsmitglied der I.G. Farben. Er leitete die Betriebsgemeinschaft „Niederrhein“ (insbesondere die Werke in Leverkusen und Elberfeld) und war Spezialist für die anorganische Chemieproduktion
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Vorstandsmitglieder I.G. Farben 1938–1945 Carl Lautenschläger
Carl Lautenschläger (1888–1962) war Mediziner, ab 1938 Vorstandsmitglied und Leiter des Werks Frankfurt-Höchst sowie Wehrwirtschaftsführer.
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Vorstandsmitglieder I.G. Farben 1934–1945 Wilhelm Rudolf Mann
Wilhelm Rudolf Mann (1894–1992) war ab 1934 Vorstandsmitglied der I.G. Farben und leitete den globalen Vertrieb von Pharmazeutika (Sparte II, Verkaufsgemeinschaft „Bayer“). Er war SA-Sturmbannführer und ging als einer der loyalsten Unterstützer des NS-Staates in der Konzernführung ein.
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Vorstandsmitglieder I.G. Farben 1925-1945 Fritz ter Meer
Fritz ter Meer war ab 1925 ordentliches Mitglied des Vorstands der I.G. Farben und leitete den mächtigen Technischen Ausschuss (TEA) des Konzerns. Er besaß damit herausragenden Einfluss auf die gesamte Produktionsteuerung, Forschung und die rüstungswirtschaftliche Ausrichtung des Unternehmens.
Wollheim Memorial
Fritz ter Meer verantwortete KZ Auschwitz III Monowitz
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Vorstandsmitglieder I.G. Farben 1931–1945 Heinrich Oster
Heinrich Oster (1878–1954) war ein deutscher Chemiker und ab 1931 ordentliches Vorstandsmitglied der I.G. Farben. Er fungierte als Leiter der Verkaufsabteilung für Stickstoff und Düngemittel (Sparte I, Verkaufsgemeinschaft Stickstoff) und war maßgeblich an der wirtschaftlichen Absicherung des Rüstungsprogramms beteiligt.
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Hermann Schmitz Vorstandsvorsitzender 1935-1945 Vorstandsmitglieder I.G. Farben
Hermann Schmitz (1881–1960) war der finanz- und machtpolitische Kopf des Konzerns. Ab 1935 war er Vorstandsvorsitzender (Generaldirektor) der I.G. Farben. Er war zudem Mitglied des Reichstags für die NSDAP, Wehrwirtschaftsführer und saß im Aufsichtsrat der Deutschen Reichsbank.
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Vorstandsmitglieder I.G. Farben 1938–1945 Christian Schneider
Christian Schneider (1887–1972) war ein deutscher Chemiker und ab 1938 ordentliches Vorstandsmitglied der I.G. Farben. Als Hauptbetriebsleiter der Sparte I (Zuständig für Leuna, Ludwigshafen, Oppau) war er für das gesamte Personalwesen und die Arbeitseinsätze in den wichtigsten kriegswichtigen Großwerken verantwortlich. Er war zudem Förderndes Mitglied der SS.
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Vorstandsmitglieder I.G. Farben 1932–1945 August von Knieriem
August von Knieriem (1884–1967) war ein deutscher Jurist und ab 1932 Vorstandsmitglied der I.G. Farben. Er war der Chefjustiziar des Konzerns und leitete den Rechtsausschuss sowie die Patentabteilung der I.G. Farben.
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Vorstandsmitglieder I.G. Farben 1926–1945 Georg von Schnitzler
Georg von Schnitzler (1884–1962) war ab 1926 Vorstandsmitglied und leitete den mächtigen kaufmännischen Ausschuss der I.G. Farben. Er trat früh der NSDAP bei (1937), wurde Wehrwirtschaftsführer und war einer der wichtigsten Repräsentanten des Konzerns gegenüber den NS-Ministerien. Er war zudem Hauptsturmführer der SA.
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Vorstandsmitglieder I.G. Farben 1938-1945 Carl Wurster
Carl Wurster (1900–1974) war ein deutscher Chemiker und ab 1938 Vorstandsmitglied der I.G. Farben. Er leitete das gigantische Werk in Ludwigshafen/Oppau (Betriebsgemeinschaft Oberrhein), war Wehrwirtschaftsführer und saß im Aufsichtsrat der Degesch (der Vertreiberfirma von Zyklon B).
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